Connie Palmen : Luzifer

Im Sommer 1981 reisen der niederländische Komponist Lucas Loos und seine Freundin Clara Wevers mit ihrem gemeinsamen Sohn Quint und in Begleitung von Claras Freundin Bella und deren Sohn auf eine griechische Insel. Die Beziehung von Lucas und Clara ist ziemlich zerrüttet, jede Gelegenheit taugt für einen heftigen Streit. Aber auch die Grundlagen stehen infrage, denn eigentlich ist Lucas homosexuell, und auch in Griechenland kann er es nicht lassen, Männer - selbst in Claras Anwesenheit - zu becircen. Bella ist in dieser Situation auch keine wirkliche Hilfe, denn zwischen beiden Frauen kam es ebenfalls zu Auseinandersetzungen. An einem Abend, Bella liegt im Bett und lucas kümmert sich engagiert um zwei amerikanische Touristen, stürzt Clara von einer Terrassenbrüstung in die Tiefe und ist tot. Niemand der Anwesenden hat das Unglück beobachtet und dementsprechend widersprüchlich und ungenau sind die Aussagen, die Lucas und Bella am Telefon ihren gemeinsamen Freunden machen. Der Freundeskreis, ein Zirkel von Schriftstellern, Musikern, Komponisten und Intellektuellen ist fassungslos. In Amsterdam macht man sich daran, Näheres zu ergründen, und kommt bald auf den Verdacht, der Komponist, zu dem beinahe alle ein eher schwieriges Verhältnis haben, da dieser als widersprüchlich, arrogant, verletzend und unnahbar gilt, habe bei dem Sturz nachgeholfen. Eine eifrige Spurensuche beginnt, Äußerungen und Werk des Komponisten werden eifrig auf Vorankündigungen und Indizien abgeklopft. Und es nimmt kaum Wunder, wenn diese Suche immer wieder neue Hinweise auf Lucas' Verstrickung in diesen Todesfall findet. Ruhelos hatte Lucas Loos immer wieder nach der absoluten Wahrheit gesucht, hatte diese kompromißlos verteidigt, bis er sie selbst für korrumpiert hielt und sie dann ebenso heftig angriff. Von der Religion über das Okkulte, vom Sozialismus Castros bis zum Maoismus schien er eine Heimat gefunden zu haben, die dann doch nicht dauerhaft taugte. In seinen Kompositionen vollzieht sich eine ähnliche Entwicklung : geprägt von der Zwölftonmusik Schönbergs wendet er sich im Laufe der Jahre vehement gegen das Atonale und sucht sein Heil in der Harmonie. Auch die serielle Musik ist nur ein bald heftig abgelehnter Zwischenschritt. Und auch er selbst, Gegner jeglicher Ambivalenz, ist in Wirklichkeit in mancher Beziehung durchaus selbst ambivalent. So ist er homosexuell, dennoch mit einer Frau zusammen, mit der er einen Sohn gezeugt hat. Erst der Tod Claras löst diese Ambivalenz auf. Schnell entsteht ein Indiziengebäude gegen den Komponisten, eigentlich nur aus dem Bedürfnis heraus, Claras Tod einen Sinn zu geben und damit die Trauer und Fassungslosigkeit zu kanalisieren. Allerdings spielt Clara selbst und ihre Rolle in der Beziehung kaum eine Rolle. Clara, die auf eine Karriere als Schauspielerin verzichtet hat, um diese Beziehung zu führen, ist eigentlich depressiv, schwach und selbstmitleidig, wie aus ihren Briefen und Tagebüchern hervorgeht, die einer ihrer Freunde posthum vernichten soll. Doch der Freundeskreis hat sich in die Verdächtigungen zu tief hineingesteigert, um solche - entlastenden - Details wahrzunehmen. Allein die Pädagogin Puck, eine kleinwüchsige, grauhaarige, aber äußerst kluge und aktive Frau verfügt über genug Menschenkenntnis und Verstand, um Lucas anders wahrzunehmen und die Waghalsigkeit der geäußerten Verdächtigungen zu erkennen. Doch auch obwohl der Tod Claras nie aufgeklärt wird, ist das Zerwürfnis zwischen Lucas und den Freunden nicht mehr aufzuhalten. Selbst vierundzwanzig Jahre nach Claras Tod sind Lucas und die geheimnisvollen Umstände des Unfalls immer noch Gesprächsthema, und die Autorin (Connie Palmen) - durch ein zufälliges Treffen mit den ehemaligen Freunden von Lucas an die damalige Todesanzeige mit dem Sinnspruch : "Unser Engel ist gefallen" erinnert - beginnt, den damaligen Ereignissen nachzuspüren, um einen Roman zu schreiben. Ein Gespräch mit den Freunden von Lucas und Clara soll Einzelheiten zutage fördern... .

In den Niederlanden hat dieser neue Roman von Connie Palmen gleich zweifach Aufsehen erregt : zum einen wurde er wegen seiner literarischen Qualitäten und der klugen Konstruktion gelobt, zum anderen aber warf man der Autorin vor, mit diesem Buch Rufmord an Peter Schat, der realen Vorlage zur Figur des Lucas Loos begangen zu haben. Einer der Freunde des inzwischen verstorbenen Komponisten begründete das weniger mit der Existenz dieses Schlüsselromans, in dem auch andere Personen der niederländisch - flämischen Kultur wie Harry Mulisch oder Hugo Claus deutlich identifizierbar sind, sondern damit, daß Connie Palmen den Schlüssel zu diesem Roman gleich mitgeliefert habe, indem sie nicht nur die Vorbilder von Lucas und Clara benannte, sondern mittels einer Literaturliste, die auch in der deutschsprachigen Ausgabe angefügt wurde, andere Personen konkret erkennbar machte. In der Tat ist dieser Roman ein Schlüsselroman, der auf reale Vorkommnisse und Personen äußerst detailliert Bezug nimmt. Natürlich dürfte es kulturbeflissenen Niederländern etwas leichter fallen, die dem Buch immanenten Bezüge (wieder)herzustellen als dem deutschen Lesepublikum, doch sind auch für uns - spätestens in Zeiten des Internets - die realen Gegebenheiten eruierbar. Allerdings greift diese vehemente Schelte denn doch um einiges zu kurz. Connie Palmens Mischung aus Fakten und Fiktion, die sich um den tragischen Tod der Lebensgefährtin Peter Schats 1981 und vor allem um die Person des Komponisten selbst - "Luzifer" - rankt, macht immer wieder einen postmodernen Subtext deutlich, der auf Lyotards Äußerung zurückgeht, es gebe keine Wirklichkeit, allenfalls Bedeutungen und Interpretationen, sodaß man die Wirklichkeit den Erzählungen und Romanen überlassen könne. Und so sind eben die Indizien, die der Freundeskreis gegen den Komponisten im Roman zusammenträgt, genauso Interpretation bzw. Fiktion wie der Roman selbst. Möglich, daß dies auch das Bundesverfassungsgericht im Falle Connie Palmens anders entscheiden würde als in einem anderen, deutschen Fall. Unzweifelhaft allerdings ist, daß in diesem Roman neben Tod und Trauer(bewältigung) vor allem Lucas Loos im Mittelpunkt des Romans steht. Er ist "Luzifer", titelgebend, durch den formalen Aufbau und die Charaktergestaltung, die mit dem Bezug zum gleichnamigen Drama des niederländischen Barockdichters Joost van den Vondel, weitere eindeutige Hinweise geben, und das dem Roman vorangestellte Motto "But what's confusing you is just the nature of the game" (Sympathy for the Devil, Rolling Stones) thematisiert. In dem fünfaktigen Drama aus dem Jahr 1654, das formal klassischen Idealen folgt und etwa Chor und Gegenchor aufweist, in Alexandrinern verfasst wurde, fühlt sich Luzifer, der "Vizekönig Gottes" in seiner Eitelkeit gekränkt, als die Menschen den Engeln bevorzugt werden. in seiner Selbsttäuschung meint er, nicht nur zu seinem, sondern auch zu Gottes Wohl sich dagegen auflehnen zu müssen, bis er aus dem Himmel vertrieben wird, also der Gefallene Engel ist. Es ist also auch in Connie Palmens Roman Lucas der gefallene Engel, der aus dem Paradies - dem Freundeskreis und Intellektuellenzirkel verstoßen wird. Wie der "Luzifer" des Dramas schätzt er sich falsch ein, glaubt an absolute Wahrheiten und an das eigene absolute Wesen, das so überhaupt nie vorhanden war, allenfalls in seiner Funktion als Schöpfer künstlerischer Werke, nicht aber im Umgang mit anderen Menschen. Dennoch prügelt er auf Freunde ein, die seiner eigenen, zeitweiligen Wahrheit nicht folgen wollen, auf ihren eigenen Wahrheiten bestehen. Daß das zwischenmenschlich letztendlich zur Katastrophe führen muß, ist ausrechenbar. Puck, die kluge und sympathische Menschenkennerin vergleicht - nicht zu Unrecht - Lucas Verhalten mit dem eines Kindes, das von Relativierungen nichts weiß. Ein tragischer Aspekt mag sein, daß etwa das Absolute im Schöpfungsprozeß, das den Künstler aus den Sphären der "gewöhnlichen" Menschen ins Genialische entfernt, spätestens mit der Beendigung des Werkes den Interpretationen des Publikums ausgesetzt ist, somit jegliche Absolutheit einbüßt, ein Vorgang, der natürlich auch Connie Palmen als Schriftstellerin und ihren Roman betrifft - jedoch weiß sie darum und thematisiert gerade dies in ihrem Buch. Der Roman ist gerade wegen der Auseinandersetzung mit dem durchaus faszinierenden Charakter Lucas Loos interessant und spannend zugleich, wenn auch das Fehlen einer fortlaufenden Handlung wenigsten phasenweise das Buch etwas sperrig erscheinen läßt. Denn die Geschichte bietet nur wenig mehr als die Indiziensuche und die Gespräche darüber. Der Leser muß sich also auf die Erforschung und Erarbeitung des Hauptcharakters und selbstverständlich auch der Nebenfiguren einlassen wollen und können, um dieses kluge und vielschichtige Werk genießen zu können : dann aber kommt er mit Sicherheit auf seine Kosten.

Alessandro Barbero : Das schöne Leben des Edelmannes Robert Pyle und die Kriege der anderen

Im Jahre 1806 wird man in den Vereinigten Staaten angesichts des französischen Expansionsdranges auf dem europäischen Kontinent allmählich unruhig, denn es scheint nicht ausgeschlossen, daß Napoléon Bonaparte auch Ambitionen hegt, auch amerikanisches Territorium seinem Einflußgebiet hinzuzufügen. Eilends wird ein Botschafter nach Großbritannien entsandt, um ein strategisches Bündnis zu schmieden. Allerdings braucht man auch Hintergrundinformationen vom europäischen Festland, insbesondere das Verhalten des preußischen Königs Friedrich Wihelm III. und das des russischen Zarenhofes soll erkundet werden. William Pinkney, der Botschafter am britischen Hof, wählt den aus Maryland stammenden jungen Anwalt und Genußmenschen Robert Pyle aus, die Interessen Amerikas in Berlin zu vertreten, auch wenn der Kongreß eher unwillig ist, Diplomaten in alle Welt zu entsenden. Im Frühjahr 1806 schifft Pyle sich ein und erreicht im Juli 1806 Amsterdam. Von nun an reist er mit Kutschen quer durch Deutschland, das allerdings in zahlreiche Fürstentümer geteilt ist. Über Münster, Hannover und Braunschweig reist Pyle recht mühsam nach Berlin, trifft regierende Fürsten, Generäle und andere Militärs und versucht ihre Haltung zu Frankreich und einem möglichen Krieg zu erkunden. Als Genußmensch fühlt sich Robert Pyle nicht wirklich wohl auf dieser langwierigen und anstrengenden Fahrt, zu sehr fehlen ihm Bequemlichkeit, gute Verpflegung und erotische Abenteuer. Und allzu widersprüchlich scheinen ihm die Einschätzungen seiner Gesprächspartner über die politische und militärische Situation angesichts der seit der Schlacht von Austerlitz geübten preußischen Neutralität, die das Königreich zunehmend isoliert hatte. Immerhin hatte Friedrich Wilhelm Rußland zugesichert, Napoléon nicht zu unterstützen, falls dieser gegen Rußland zu Felde ziehen würde. Schließlich in Berlin angekommen, wird Pyle am Hof akkreditiert, auch seine äußeren Lebensumstände verbessern sich wesentlich. Statt schmaler Kost und unbequemer Unterbringung kann er nun recht komfortable Verhältnisse genießen, wird in die bessere Gesellschaft aufgenommen und hat Kontakt zu Offizieren und Adligen, darunter den Prinzen Louis Ferdinand. Er besucht den literarischen Salon von Rahel Levin / Varnhagen von Ense, verkehrt in einem recht niveauvollen Bordell. Er freundet sich mit Major von Schack an und trifft auf Victoire, die er zunächst überhaupt nicht attraktiv findet, deren Verstand und Gedanken er aber alsbald zu schätzen lernt. Seine Erfahrungen mit dem preußischen Militär allerdings sind mehr als ernüchternd : vieles ist bloßer Schein, an Uniformen, Ausrüstung und Verpflegung der einfachen Soldaten wird gespart, das Exerzieren wirkt zwar beeindruckend, ist aber alles als auf den Ernstfall vorbereitend. Nur die Offiziere, die Verpflegung und Ausrüstung größtenteils selbst finanzieren müssen, stehen besser da. Die Beratungen zwischen der Armeeführung und dem Königshaus wirken unkoordiniert und unentschlossen, sodaß man im Kriegsfalle das Schlimmste erwarten könnte, zumal nicht Friedrich Wilhelm selbst, sondern der gebrochene und wenig enthusiastische Herzog von Braunschweig das Oberkommando der preußischen Armee innehaben wird. Pinkney beordert Pyle in das ehemalige polnische Staatsgebiet, das zu dieser Zeit als Ost - bzw. Westpreußen unter preußischer Herrschaft steht. Auch hier soll er die Stimmungslage erkunden, zumal gewisse Sympathien für die "demokratischen" Verbesserungen durch Napoléon vermutet werden können. In der Tat sind die Unterschiede in den materiellen Gegebenheiten zwischen Polen und preußischen Besatzern kaum zu übersehen. Hausen die deutschen Bauern in Häusern, gibt es für die polnische Landbevölkerung nur Katen - und Pyle muß einmal mehr auf die meisten der gewohnten Annehmlichkeiten verzichten. Bis nach Königsberg reist er und tritt erst dann die Rückreise an, als er den König auf dem Weg nach Sachsen weiß. Sachsen und Preußen sind militärisch verbündet - und dort will er sich der königlichen Entourage wieder anschließen. Mittlerweile hat Friedrich Wihlem sein Zaudern aufgegeben und den Franzosen das Ultimatum gestellt, seine Truppen umgehend aus Süddeutschland abzuziehen. Als Napoléon die Forderung ignoriert kommt es im Oktober zur Kriegserklärung. Mit seinem farbigen Diener Henry gerät Robert Pyle in die ersten Scharmützel und schließlich in die Schlacht bei Jena und Auerstedt, die in einer verheerenden Niederlage für die Preußen und Sachsen endet. Friedrich Wilhelm ist entmachtet, Preußen wird mehr oder minder zerschlagen. Pyle gerät in französische Gefangenschaft, mittellos, sein Diener getötet, und darf wegen seiner Stellung als Diplomat über Hamburg in die Vereinigten Staaten zurückreisen.

Alessandro Barbero ist Historiker und Dozent für Mittelalterliche Geschichte, hat allerdings neben einem Buch über Karl den Großen, sich wissenschaftlich auch mit der Schlacht bei Waterloo beschäftigt und einige Romane verfaßt, von denen allerdings nur dieser ins Deutsche übersetzt worden ist. Formal angelehnt an die Lebensbeschreibungen von Giacomo Casanova oder die Reisejournale von Lawrence Sterne oder Samuel Johnson ist dieser Roman eine äußerst detaillierte Reisebeschreibung quer durch das spätere deutsche Staatsgebiet, dessen erste Vereinigungsbestrebungen ausgerechnet durch Napoléon Bonaparte mit der Schaffung eines Süddeutschen Bundes angestoßen werden. Akribisch rekonstruiert Barbero Gebäude - von den einfachsten Landgasthöfen bis zu den Fürstenresidenzen, erkundet Stimmungen und Lebensgewohnheiten bei Bauern, Soldaten, Bürgern, Adligen und Politikern, schildert Begegnungen mit Geistesgrößen wie Jean Paul oder Goethe, mit Militärs wie General von Blücher oder dem späteren Militärtheoretiker von Clausewitz, und selbst der spätere, antisemitisch geifernde, Turnvater Jahn läuft seinem Ich - Erzähler Robert Pyle über den Weg. Pyle selbst ist Hedonist, dem leiblichen Wohl, zu dem er auch seine nicht unterentwickelte Sexualität rechnet, nicht abgeneigt, überzeugter Demokrat und steht der deutschen Kleinstaaterei und dem politischen Durcheinander eher leicht überheblich gegenüber. Daß ihn die Vereinigten Staaten, die weder über ein stehendes Heer verfügen (wollen), noch von der Notwendikeit diplomatischer Beziehungen wirklich überzeugt sind, finanziell an der kurzen Leine halten, fuchst ihn allerdings denn doch. Die Stärke dieses mit dem Premio Strega ausgezeichneten Buches ist allerdings gleichzeitig seine (nicht allzu große) Schwäche : auf über siebenhundert Seiten kann die Detailfreudigkeit, das akribische Beschreiben auch der letzten Kleinigkeit ab und an recht ermüdend sein, zumal die Erwartungen an einen eher konventionellen historischen Roman schlicht nicht erfüllt werden. Wer also eine - kompakte - (Abenteuer) - Geschichte erwartet oder die Entwicklung des Protagonisten erhofft, wird eher enttäuscht. Zwar hat auch dieser Roman seinen Beginn und einen Endpunkt, der den Ausgang einer - politischen - Entwicklung beschreibt, ist aber dennoch eher - fiktives - Journal und durch die Details recht weitschweifige Lebensgeschichte : immerhin werden auf knapp siebenhundertdreißig Seiten gerade vier Monate - von Juli bis Oktober 1806 abgehandelt. Dennoch hat genau dies, zumindest für den Leser, der etwa an Casanovas "Geschichte meines Lebens" in etlichen Bänden Gefallen gefunden hat, seinen Reiz. Mag auch die Gesamtsicht des Autors und Historikers Barbero eher modern sein, beläßt er seine Figuren in ihrer eigenen Geschichtlichkeit, modernisiert in keinem Fall ihr Denken oder transportiert durch sie oder ihre Handlungen Allegorien auf die Gegenwart. So ist etwa auch sein Protagonist Pyle keineswegs frei von dem in Europa grassierenden und durch Jahn vehement vertretenen Antisemitismus, der auf finstere zukünftige Entwicklungen weist, doch persönliche Begegnungen - etwa mit Rahel Varnhagen - relativieren dann doch dessen Vorurteile stark. Ebenfalls äußerst positiv aufgefallen sind mir die Schilderungen der Kriegshandlungen : weder heroisch noch maschinenhaft agierend kommen seine Soldaten daher. Auf einen Angriff folgen zunächst meist kopflose Fluchtversuche, die nur mit Mühe gebändigt und in wirkliche Kampfhandlungen überführt werden können. Und das gilt für Preußen und Franzosen. Auch wenn alles Geschilderte - zwangsläufig - mehr oder weniger fiktiv ist, sobald der Autor die großen Handlungslinien von Politik und Krieg verläßt, erweckt dieses Buch einen abgenehmen Eindruck von Authentizität. Barbero beläßt die real - historischen Vorgänge, die ja eh zumeist in Paris oder London stattfinden, eher im Hintergrund, ohne sie jedoch vollkommen aus den Augen zu verlieren. Stattdessen beschäftigt er sich lustvoll mit der realen Erlebniswelt seiner Figuren, mit ihren Persönlichkeiten und Charakteristika. Mag auch Pyle nicht wirklich begeistert von Deutschland bzw. dessen Fürstentümern und Königreichen sein - der Autor Barbero ist es anscheinend allemal. Beinahe liebevoll hat er sich in diesem Roman dem Wendepunkt einer historischen Epoche und den Auswirkungen auf eine damit konfrontierte vielschichtige Gesellschaft gewidmet. Für mich war dieses Buch, das allzu lange ungelesen in meinen Regalen stand, eine interessante, informative und durchaus unterhaltende Lektüre, die allenfalls ein wenig Lesedisziplin abverlangte.

Sowohl die gebundene Ausgabe als auch das Taschenbuch sind mittlerweile nur noch gebraucht erhältlich.

Paul Verhaeghen : Omega Minor

Als Post - Doktorand verschlägt es den belgischen Psychologen Paul Andermans 1995 für drei Monate an die Universität in Potsdam, wo er Erfahrungen im Forschungsgebiet der Kognitiven Psychologie sammeln soll. Doch von seinem eigentlichen Arbeitsgebiet wird er bald gründlich abgelenkt, zum einen durch das erotische Knistern zwischen ihm und einer Post - Doktorandin der Physik, Donatella, die sich mit einer - von Einstein letztlich aber ad acta gelegten - kosmologischen Weltformel und sehr plakativ mit ihrem sexuellen Verhältnis zu einem Astrophysiker, Goldfarb, beschäftigt, dann von einer streunenden Katze mit dem vielsagenden Namen Mefista, die ihn recht nachdrücklich in Beschlag zu nehmen versucht, zum anderen durch die zufällige Begegnung mit Josef de Heer, der ihn animiert, dessen Lebensgeschichte zu protokollieren. Paul trifft ihn in einem Berliner Krankenhaus, als er bei seiner ersten Fahrt von Potsdam nach Berlin von einer Gruppe Neonazis unter dem Kommando Hugos und seiner Freundin Nebula übel zusammengeschlagen wird. De Heer dagegen hatte versucht, sich angesichts seiner Unfähigkeit, die eigene Lebensgeschichte zu Papier zu bringen, selbst zu töten. Josef de Heer ist Jude, hat als Jugendlicher einige Zeit im Berliner Untergrund gelebt und als Falschspieler und Assistent eines Zauberers zur Finanzierung einer kleinen Widerstandsgruppe beigetragen, die versuchte, Menschen aus Berlin herauszuschmuggeln. Doch dann wird die Gruppe verraten, ausgerechnet von Stella, in die er in besseren Zeiten verliebt war. Stella ist selbst Jüdin und kollaboriert mit der Gestapo, um eigene Verwandte und Freunde vor dem Abtransport in die Lager zu bewahren. Zwar gelingt es Josef, die Gunst eines SS - Offiziers mit Kartentricks zu erlangen, doch ein gemeinschaftlicher Fluchtversuch mit anderen Gefangenen legt sein Schicksal unwiderruflich fest : auch er wird nach Auschwitz deportiert. Nur durch die Abkommandierung zu einem Sonderkommando, das die vergasten Juden zu den Verbrennungsöfen transportieren muß, gelingt es ihm, die Befreiung des Konzentrationslagers zu erleben. Zur selben Zeit befindet sich Paul Goldfarb, der spätere Nobelpreisträger und Astrophysiker, in den USA. Mit seinen Eltern ist er als Kind rechtzeitig vor den Nationalsozialisten dorthin emigriert. Zunächst gilt sein Interesse der Mathematik, doch beeinflußt durch seine Jugendliebe wechselt er schnell in den Bereich der Physik. Hier zeigt er ein erstaunliches Talent, das auch Hannah, seiner Angebeteten, nicht verborgen bleibt. Sie ist mittlerweile Wissenschaftlerin beim us - amerikanischen Atombombenprojekt in Los Alamos und läßt auch Goldfarb rekrutieren. Beide arbeiten nun an der Wasserstoffbombe und beginnen eine innige Liebesbeziehung. Doch Hannah ist wenig geneigt, den Vereinigten Staaten das Monopol der Nuklearwaffen zu überlassen, sondern will auch den Sowjets die Forschungsergebnisse zukommen lassen. Goldfarb spielt mit. Als Hannah allerdings bei einer nuklearen Testexplosion verstrahlt wird und mit ihrem ungeborenen Kind qualvoll stirbt, geht Paul Goldfarb noch einen Schritt weiter, wohl wissend, daß auch deutsche Wissenschaftler unter der Leitung des Physikers Heisenberg - bislang allerdings vergeblich - an der Entwicklung nuklearer Waffen arbeiten. Und dies wird Auswirkungen auf die Gegenwart - 1995 - haben : denn nach und nach wird klar, daß fast niemand der ist, der er zu sein scheint, daß es über die Jahrzehnte eine gigantische Verschwörung gibt, die die Welt grundlegend verändern wird....

"Omega Minor" ist nicht nur umfangreich und komplex, sondern in gewissem Sinne monumental. So scheint es sich der Autor zur Aufgabe gemacht zu haben, das zwanzigste Jahrhundert und dessen Auswirkungen auf den Menschen zu bilanzieren, indem er die Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten, den sich folgenlos wähnenden wissenschaftlichen Forschungsdrang und die Schrecken der atomaren Zerstörung zu Zentrum und Klammer seines Romanes macht. Sein Interesse gilt den Menschen, die auf geschichtliche Entwicklungen reagieren müssen, sich arrangieren, gedanklich wie auch im Handeln. Folgerichtig wechseln in diesem Buch Perspektiven und Erzähler ebenso wie die Zeitebenen und Orte, ohne daß ein chronologischer Aufbau zunächst Orientierung böte. Des Lesers Aufmerksamkeit ist gefordert, Handlungsebenen und verschiedene Ich - Erzähler auseinanderzuhalten, doch recht bald werden sich Zusammenhänge erschließen, die den Leser an das Buch fesseln und seine Aufmerksamkeit wachhalten werden. Allerdings macht es der Autor seinem Leser nicht allzu leicht, erst recht wenn diese bemerken müssen, daß kaum eine der Personen so ist, wie man es erwartet oder gar : die ist, für die sie sich ausgibt. Wir treffen auf eine Jüdin, die andere Juden der Vernichtung preisgibt, um eigene Verwandte und Freunde zu retten, einen jungen SS - Mann, der ein jüdisches Kind aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit, auf Wissenschaftler, die einerseits am Bau der Atombombe mitwirken, andererseits geheime Forschungsergebnisse an nicht nur konkurrierende Staaten weitergeben. Und dann wäre da noch Josef de Heer, der Auschwitz überlebt hat und sich vehement dagegen wehrt, der (literarischen) Ikonographie jüdischer Überlebender - von Primo Levi bis Imre Kertesz - zu entsprechen, sondern ein eigenes Leben mit Fehlern und Schuld einfordert. Nur : im Laufe des Romans wird zunehmend zweifelhafter, ob Josef de Heer überhaupt der ist, für den er sich ausgibt, ob seine Biographie nicht nur eine Collage aus den Erinnerungen anderer Überlebender darstellt. Selbst Nebula, die Freundin des Anführers der Neonazis, verfolgt durchaus eigene Ziele und ist keineswegs an der Ausbreitung rechtsextremistischen Gedankengutes interessiert. Sie sucht vielmehr den Hintermann der Neonazis und ist alsbald einer sehr gefährlichen Verschwörung auf der Spur, die während des Nazisregimes ihren Ausgang nahm und in der Gegenwart schwerwiegende Folgen haben wird. Der Roman ist doppelbödig und labyrinthisch zugleich, stellt die Gültigkeit der Geschichtsschreibung und von Biographien infrage. De Heer ist es, der (sinngemäß) konstatiert, Geschichte sei die Lüge, die Leute erzählen, um ihrer Vergangenheit einen Sinn zu geben. Man kann dieses Buch mit Recht zu den anspruchsvollen postmodernen Romanen zählen, die in der Nähe von Pynchon ode DeLillo anzusiedeln nicht verkehrt wäre. Dennoch erstickt das Buch nicht in theoretischen Gedanken - und Ideengebäuden, sondern glänzt durch erzählerische Kraft, Lebendigkeit und sogar Spannung, ohne allerdings wirkliche Unterhaltungsliteratur zu sein. Erstaunlicherweise ist eine messbare Resonanz in den deutschen Feuilletons nahezu ausgeblieben, während die vom Autor selbst besorgte Übersetzung ins Englische zum Teil mehr als freundlich rezipiert wurde. Verhaeghen, der zur Zeit das Fach Kognitive Psychologie an einer us - amerikanischen Universität lehrt, war 1995 selbst als als Post - Doktorand in Potsdam und wurde durch seinen Aufenthalt in Potsdam und seine Fahrten nach Berlin zu diesem Buch inspiriert. Historische Fakten und Örtlichkeiten sind gründlich recherchiert, Kurse und Vorleseungen über Kosmologie, die Relativitätstheorie und jiddische Literatur ergänzten die Nachforschungen und wurden sorgfältig in das Werk eingearbeitet, ohne daß der Leser überfordert würde. Dennoch ist dieser Roman höchst anspruchsvoll, der ein gutes Maß an Leseerfahrung und intellektuellem Verständnis voraussetzt, dann allerdings ebenso interessant wie spannend ist.

Jon Krakauer : In die Wildnis

1990 beendet Christopher Johnson McCandless sein Collegestudium in Atlanta. Bevor er weiterstudiert, will er er einen seiner großen Träume verwirklichen und quer durch die Vereinigten Staaten reisen. Das endgültige Ziel jedoch ist es, eine Zeit in der Wildnis Alaskas zu verbringen. Inspiriert wurde McCandless dazu durch die Lektüre so unterschiedlicher Autoren wie Thoreau, Jack London und Lew Tolstoi, die einerseits ein rigides Wertesystem vertraten, andererseits die Einheit mit der Natur - zum Teil romantisch verklärend - propagierten und dort die Besinnung auf die eigene Persönlichkeit möglich scheinen ließen. McCandless, Sohn eines Radartechnikers und dessen zweiter Ehefrau, hatte schon früh Schwierigkeiten, sich in die Gesellschaft einzupassen, zu sehr widersprachen Armut, Rassentrennung seinen Idealen. Als er in den Semesterferien erfahren mußte, daß sein Vater zweitweise ein Doppelleben führte und mit alter wie neuer Ehefrau gleichzeitig liiert war, verschlechterte sich das Verhältnis zu seinem Vater grundlegend. Und so läßt er den Kontakt mit dem Beginn seiner Reise konsequent, wie er in vielem ist, abbrechen. Über anderthalb Jahre reist er quer duch die amerikanischen Bundesstaaten, nimmt Jobs auf Farmen oder in Fastfood - Restaurants an. Meist bewegt er sich als Anhalter durch das Land, denn den Rest seines Studiengeldes, etwa 24.000 Dollar, hat er vor dem Aufbruch verbrannt. Er trifft auf unterschiedliche Leute, Tramper, Landwirte oder einen achtzigjährigen Mann, ist dabei gesellig und verschlossen zugleich. Meist nennt er sich Alex, und er erzählt nie wirklich Persönliches von sich. Dennoch lernen ihn die meisten seiner Begleiter und Bekannten zu schätzen. Gebildet, freundlich entspricht er überhaupt nicht dem Vorurteil, das die meisten von Trampern haben. Doch ihn hält es nie wirklich lange an einem Ort, bevor er sich wieder auf den Weg macht. Im April 1992 macht er sich dann auf den Weg nach Alaska. Ausgerüstet mit einem Gewehr etlichen Kilogramm Reis, einem Schlafsack und einigen Büchern zieht er in die Wildnis. Er folgt dem Stampede Trail, überquert einen Fluß, der sich allerdings bald aufgrund der Schneeschmelze in ein reißendes Gewässer verwandeln und ihm den Rückweg versperren wird. Ein ausrangierter und in der Wildnis entsorgter Linienbus dient ihm für die kommenden Monate als Unterkunft und Basislager. Er weiß nicht, daß er so abgeschieden, wie er sich das vorstellte, gar nicht ist. In nicht allzu großer Entfernung befinden sich mehrere unbewohnte Blockhütten, noch etwas weiter entfernt trifft man auf eine Straße. Doch Christopher hat einen grundlegenden Ausrüstungsgegenstand nicht dabei : eine Landkarte des Gebietes. Es scheint, er hätte - da es keine unkarthographierten Gebiete mehr gibt - einfach auf eine Karte verzichtet. Genau das aber wird ihm zum Verhängnis. Er kann regelmäßig Tiere erjagen, aber verliert dennoch immer mehr an Gewicht, da die Anstrengungen der Pirsch mehr Kalorien kosten als durch die Nahrung wieder zugeführt werden können. Als er meint, das Ziel seiner Reise erreicht zu haben, will er den Rückweg antreten, doch der Weg über den Fluß ist nun versperrt. So richtet er sich wieder im Bus ein, jagt und ergänzt die Nahrung mit Pflanzen und Samen. Zu seinem Gewichtsverlust kommt nun anscheinend auch eine Vergiftung durch Samen einer Kartoffelart, von deren Toxität er nichts hatte wissen können, da sie nirgendwo in botanischen Schriften erwähnt wurde. Ungefähr Mitte August 1992 stirbt Christopher Johnson McCandless und wird erst Wochen später von Elchjägern aufgefunden. Offiziell ist seine Todesursache ungeklärt, Verhungern oder aber die von Krakauer aufgestellte These einer Vergiftung scheinen realistisch.

Bereits 1993 hatte sich Jon Krakauer, Journalist und selbst Bergsteiger, in einem fünfseitigen Artikel für eine Zeitschrift mit dem Tod von Chris McCandless befaßt. Drei Jahre später, sei es, um an seinen Bestseller "In eisige Höhen" anzuknüpfen, sei es, weil er die Affinität des Falles zu seinen Themen empfand, veröffentlichte Krakauer dieses etwa zweihundertseitige Buch. Ein weiteres Motiv dürfte gewesen sein, daß er sich diesem jungen, ungestümen, aber dennoch zielgerichteten Reisenden verbunden fühlte, während ansonsten die Reaktionen eher ablehnend waren. McCandless wurde als naiv, töricht gesehen, sein Ausflug in die Wildnis als Selbstmordversuch, Hybris oder reiner Wahnsinn. Folgerichtig ist Krakauers reportageartiges Buch in weiten Teilen auch eine Verteidigungsschrift, ein Plädoyer dafür, sich mit den Motiven und der Ernsthaftigkeit des Protagonisten auseinanderzusetzen. Wenngleich "In die Wildnis" zum Bestseller avancierte, Leser meist willig Krakauers Argumentation folgten, scheint mir das Buch - auf hohem Niveau - gescheitert. Das liegt nicht unbedingt an einer mangelnden Fähigkeit, eine solche Unternehmung ansprechend, teils mitreißend zu beschreiben, sondern ist in der Geschichte selbst begründet. Krakauer ist in vielen Bereichen, bei der Persönlichkeit, bei den tatsächlichen Abläufen oftmals auf reine Spekulation angewiesen. Der Autor hat die ihm mögliche Arbeit geleistet : er hat Interviews mit allen Personen geführt, die Christopher McCandless auf seinem Trip getroffen haben, er hat die Örtlichkeiten besichtigt, die Tagebücher und Postkarten gelesen und im Buch wiedergegeben, die Chris an seine verschiedenen Reisebekanntschaften geschickt hat. Doch Chris war - gerade was Persönliches anging - äußerst zurückhaltend, nachgerade verschwiegen. Und so schildert die erste Hälfte des Buches McCandless's rastlose Reisen, ohne daß man allzu viel Authentisches und wirklich Lebendiges erfährt. Christopher Johnson McCandless wird schlicht nicht greifbar. Allein die herausgearbeiteten Bezüge zur Literatur lassen einen Einblick in sein Denken zu. Thoreaus "Walden", Jack Londons Alaskaromane weisen einen Weg zum Verständnis des Jungen. Auch Krakauer scheint den Mangel zu erkennen und verweist auf andere Reisende in die Wildnis, schildert deren Abenteuer und Scheitern. Dennoch wirkt das Buch bis zur Hälfte mehr unruhig und zerfasert als interessant. Erst danach - in den Gesprächen mit den Eltern und der Schwester erhält Chris McCandless mehr als eine Silhouette, wird zu einer begreifbaren und nachvollziehbaren Person. Doch schon zwei Kapitel später greift Krakauer auf seine eigenen Jugenderlebnisse in Alaska zurück, schildert die Mühen einer Bergbesteigung und versucht anhand seiner eigenen Einstellung McCandless plausibel und faßbar zu machen. Dies wirkt aber gerade an dieser Stelle mehr wie rin Fremdkörper, unterbricht das eigentlich gerade erst erwachte Interesse erneut, auch wenn man die Intenbtion des Autors duchaus zu begreifen vermag. Auch der weitere - rekonstruierte - Reiseverlauf, recht konkret geschildert, bleibt in weiten Teilen Spekulation, denn bis auf längere Abschriften aus seinen Lieblingsbüchern bleibt auch das Tagebuch von Chris McCandless eher lakonisch. Manchmal schreibt er tage - oder wochenlang gar nicht, dann listet er nur seine Jagdausbeute auf. Möglicherweise hätten sich Krakauer zwei Wege geboten, dennoch ein interessantes und belastbares Buch über Chris McCandless zu schreiben : entweder in einer Art literaturwissenschaftlicher und ideengeschichtlicher Aufarbeitung oder mittels der Fiktionalisierung, die ihm erhebliche Gestaltungsräume im Zusammenhang mit der Persönlichkeit seines Protagonisten gelassen hätte. So mag es in diesem seltenen Fall sein, daß die Verfilmung durch Sean Penn interessanter ist als deren Vorlage. Ich will nicht behaupten, daß das Buch reine Zeitverschwendung wäre, denn das Thema ist und bleibt interessant, der Reportagestil ist gut lesbar und das Nachdenken über einige durch McCandless in die Gegenwart transportierten philosophischen Überlegungen nicht verkehrt, doch war ich letztlich von diesem Buch eher enttäuscht.

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Die Kapitel und Fußnoten :

Generell wäre dies...
Generell wäre dies der Sinn meines Weblogs : die...
tinius - 9. Mai, 08:38
Ich sehe gerade: du liest...
Ich sehe gerade: du liest die Traumfresser.Schreibst...
meliterature - 9. Mai, 07:47
Autorenalphabet : P
Palmen, Connie Luzifer Parks, Tim Alle lieben...
tinius - 9. Mai, 05:26
Connie Palmen : Luzifer
Im Sommer 1981 reisen der niederländische Komponist...
tinius - 9. Mai, 05:24
Paul Verhaeghen erhält...
Einen ungewöhnlichen Erfolg hatte der belgische...
tinius - 9. Mai, 03:13
Luigi Malerba verstorben
Mit Luigi Malerba (eigentlich : Luigi Bonardi) ist...
tinius - 9. Mai, 02:55
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Am 9. Mai wird Marcel Reich - Ranicki den mit insgesamt...
tinius - 5. Mai, 23:24
Park Kyung Ni verstorben
Im Alter von zweiundachtzig Jahren verstarb die südkoreanische...
tinius - 5. Mai, 18:47
Autorenalphabet : B
Baker, Nicholson Checkpoint Eine Schachtel Streichhölzer Banville,. ..
tinius - 2. Mai, 02:29
Alessandro Barbero :...
Im Jahre 1806 wird man in den Vereinigten Staaten angesichts...
tinius - 2. Mai, 02:24

Randnotizen anderswo :

Das war einst eine meiner...
Das war einst eine meiner ersten modernen deutschen...
kursiv - 12. Mai, 10:13
Ja, das wäre logisch....
Ja, das wäre logisch. Allerdings sind unterschiedliche...
help - 12. Mai, 01:11
Ich vermute, es werden...
Ich vermute, es werden nur die drei aktuellsten Feeds...
help - 12. Mai, 00:28
Der Feed von beyars.com...
Der Feed von beyars.com (Kunstlexikon)funktioniert ...
help - 11. Mai, 13:39
Es gibt da auch Aussetzer...
Es gibt da auch Aussetzer für kurze Perioden....
help - 11. Mai, 12:46
Es läßt sich...
Es läßt sich fragen, ob ein schöner...
CiliaSommer - 11. Mai, 12:06
@zuckerwattewolkenmond...
@zuckerwattewolkenmond : Hast Du geprüft, ob die...
help - 11. Mai, 11:55
Ich frage mich, ob die...
Ich frage mich, ob die Entsorgung der so entstandenen...
litart - 11. Mai, 02:14

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