Niederlande

Connie Palmen : Luzifer

Im Sommer 1981 reisen der niederländische Komponist Lucas Loos und seine Freundin Clara Wevers mit ihrem gemeinsamen Sohn Quint und in Begleitung von Claras Freundin Bella und deren Sohn auf eine griechische Insel. Die Beziehung von Lucas und Clara ist ziemlich zerrüttet, jede Gelegenheit taugt für einen heftigen Streit. Aber auch die Grundlagen stehen infrage, denn eigentlich ist Lucas homosexuell, und auch in Griechenland kann er es nicht lassen, Männer - selbst in Claras Anwesenheit - zu becircen. Bella ist in dieser Situation auch keine wirkliche Hilfe, denn zwischen beiden Frauen kam es ebenfalls zu Auseinandersetzungen. An einem Abend, Bella liegt im Bett und Lucas kümmert sich engagiert um zwei amerikanische Touristen, stürzt Clara von einer Terrassenbrüstung in die Tiefe und ist tot. Niemand der Anwesenden hat das Unglück beobachtet und dementsprechend widersprüchlich und ungenau sind die Aussagen, die Lucas und Bella am Telefon ihren gemeinsamen Freunden machen. Der Freundeskreis, ein Zirkel von Schriftstellern, Musikern, Komponisten und Intellektuellen ist fassungslos. In Amsterdam macht man sich daran, Näheres zu ergründen, und kommt bald auf den Verdacht, der Komponist, zu dem beinahe alle ein eher schwieriges Verhältnis haben, da dieser als widersprüchlich, arrogant, verletzend und unnahbar gilt, habe bei dem Sturz nachgeholfen. Eine eifrige Spurensuche beginnt, Äußerungen und Werk des Komponisten werden eifrig auf Vorankündigungen und Indizien abgeklopft. Und es nimmt kaum Wunder, wenn diese Suche immer wieder neue Hinweise auf Lucas' Verstrickung in diesen Todesfall findet. Ruhelos hatte Lucas Loos immer wieder nach der absoluten Wahrheit gesucht, hatte diese kompromißlos verteidigt, bis er sie selbst für korrumpiert hielt und sie dann ebenso heftig angriff. Von der Religion über das Okkulte, vom Sozialismus Castros bis zum Maoismus schien er eine Heimat gefunden zu haben, die dann doch nicht dauerhaft taugte. In seinen Kompositionen vollzieht sich eine ähnliche Entwicklung : geprägt von der Zwölftonmusik Schönbergs wendet er sich im Laufe der Jahre vehement gegen das Atonale und sucht sein Heil in der Harmonie. Auch die serielle Musik ist nur ein bald heftig abgelehnter Zwischenschritt. Und auch er selbst, Gegner jeglicher Ambivalenz, ist in Wirklichkeit in mancher Beziehung durchaus selbst ambivalent. So ist er homosexuell, dennoch mit einer Frau zusammen, mit der er einen Sohn gezeugt hat. Erst der Tod Claras löst diese Ambivalenz auf. Schnell entsteht ein Indiziengebäude gegen den Komponisten, eigentlich nur aus dem Bedürfnis heraus, Claras Tod einen Sinn zu geben und damit die Trauer und Fassungslosigkeit zu kanalisieren. Allerdings spielt Clara selbst und ihre Rolle in der Beziehung kaum eine Rolle. Clara, die auf eine Karriere als Schauspielerin verzichtet hat, um diese Beziehung zu führen, ist eigentlich depressiv, schwach und selbstmitleidig, wie aus ihren Briefen und Tagebüchern hervorgeht, die einer ihrer Freunde posthum vernichten soll. Doch der Freundeskreis hat sich in die Verdächtigungen zu tief hineingesteigert, um solche - entlastenden - Details wahrzunehmen. Allein die Pädagogin Puck, eine kleinwüchsige, grauhaarige, aber äußerst kluge und aktive Frau verfügt über genug Menschenkenntnis und Verstand, um Lucas anders wahrzunehmen und die Waghalsigkeit der geäußerten Verdächtigungen zu erkennen. Doch auch obwohl der Tod Claras nie aufgeklärt wird, ist das Zerwürfnis zwischen Lucas und den Freunden nicht mehr aufzuhalten. Selbst vierundzwanzig Jahre nach Claras Tod sind Lucas und die geheimnisvollen Umstände des Unfalls immer noch Gesprächsthema, und die Autorin (Connie Palmen) - durch ein zufälliges Treffen mit den ehemaligen Freunden von Lucas an die damalige Todesanzeige mit dem Sinnspruch : "Unser Engel ist gefallen" erinnert - beginnt, den damaligen Ereignissen nachzuspüren, um einen Roman zu schreiben. Ein Gespräch mit den Freunden von Lucas und Clara soll Einzelheiten zutage fördern... .

In den Niederlanden hat dieser neue Roman von Connie Palmen gleich zweifach Aufsehen erregt : zum einen wurde er wegen seiner literarischen Qualitäten und der klugen Konstruktion gelobt, zum anderen aber warf man der Autorin vor, mit diesem Buch Rufmord an Peter Schat, der realen Vorlage zur Figur des Lucas Loos begangen zu haben. Einer der Freunde des inzwischen verstorbenen Komponisten begründete das weniger mit der Existenz dieses Schlüsselromans, in dem auch andere Personen der niederländisch - flämischen Kultur wie Harry Mulisch oder Hugo Claus deutlich identifizierbar sind, sondern damit, daß Connie Palmen den Schlüssel zu diesem Roman gleich mitgeliefert habe, indem sie nicht nur die Vorbilder von Lucas und Clara benannte, sondern mittels einer Literaturliste, die auch in der deutschsprachigen Ausgabe angefügt wurde, andere Personen konkret erkennbar machte. In der Tat ist dieser Roman ein Schlüsselroman, der auf reale Vorkommnisse und Personen äußerst detailliert Bezug nimmt. Natürlich dürfte es kulturbeflissenen Niederländern etwas leichter fallen, die dem Buch immanenten Bezüge (wieder)herzustellen als dem deutschen Lesepublikum, doch sind auch für uns - spätestens in Zeiten des Internets - die realen Gegebenheiten eruierbar. Allerdings greift diese vehemente Schelte denn doch um einiges zu kurz. Connie Palmens Mischung aus Fakten und Fiktion, die sich um den tragischen Tod der Lebensgefährtin Peter Schats 1981 und vor allem um die Person des Komponisten selbst - "Luzifer" - rankt, macht immer wieder einen postmodernen Subtext deutlich, der auf Lyotards Äußerung zurückgeht, es gebe keine Wirklichkeit, allenfalls Bedeutungen und Interpretationen, sodaß man die Wirklichkeit den Erzählungen und Romanen überlassen könne. Und so sind eben die Indizien, die der Freundeskreis gegen den Komponisten im Roman zusammenträgt, genauso Interpretation bzw. Fiktion wie der Roman selbst. Möglich, daß dies auch das Bundesverfassungsgericht im Falle Connie Palmens anders entscheiden würde als in einem anderen, deutschen Fall. Unzweifelhaft allerdings ist, daß in diesem Roman neben Tod und Trauer(bewältigung) vor allem Lucas Loos im Mittelpunkt des Romans steht. Er ist "Luzifer", titelgebend, durch den formalen Aufbau und die Charaktergestaltung, die mit dem Bezug zum gleichnamigen Drama des niederländischen Barockdichters Joost van den Vondel, weitere eindeutige Hinweise geben, und das dem Roman vorangestellte Motto "But what's confusing you is just the nature of the game" (Sympathy for the Devil, Rolling Stones) thematisiert. In dem fünfaktigen Drama aus dem Jahr 1654, das formal klassischen Idealen folgt und etwa Chor und Gegenchor aufweist, in Alexandrinern verfasst wurde, fühlt sich Luzifer, der "Vizekönig Gottes" in seiner Eitelkeit gekränkt, als die Menschen den Engeln bevorzugt werden. in seiner Selbsttäuschung meint er, nicht nur zu seinem, sondern auch zu Gottes Wohl sich dagegen auflehnen zu müssen, bis er aus dem Himmel vertrieben wird, also der Gefallene Engel ist. Es ist also auch in Connie Palmens Roman Lucas der gefallene Engel, der aus dem Paradies - dem Freundeskreis und Intellektuellenzirkel verstoßen wird. Wie der "Luzifer" des Dramas schätzt er sich falsch ein, glaubt an absolute Wahrheiten und an das eigene absolute Wesen, das so überhaupt nie vorhanden war, allenfalls in seiner Funktion als Schöpfer künstlerischer Werke, nicht aber im Umgang mit anderen Menschen. Dennoch prügelt er auf Freunde ein, die seiner eigenen, zeitweiligen Wahrheit nicht folgen wollen, auf ihren eigenen Wahrheiten bestehen. Daß das zwischenmenschlich letztendlich zur Katastrophe führen muß, ist ausrechenbar. Puck, die kluge und sympathische Menschenkennerin vergleicht - nicht zu Unrecht - Lucas Verhalten mit dem eines Kindes, das von Relativierungen nichts weiß. Ein tragischer Aspekt mag sein, daß etwa das Absolute im Schöpfungsprozeß, das den Künstler aus den Sphären der "gewöhnlichen" Menschen ins Genialische entfernt, spätestens mit der Beendigung des Werkes den Interpretationen des Publikums ausgesetzt ist, somit jegliche Absolutheit einbüßt, ein Vorgang, der natürlich auch Connie Palmen als Schriftstellerin und ihren Roman betrifft - jedoch weiß sie darum und thematisiert gerade dies in ihrem Buch. Der Roman ist gerade wegen der Auseinandersetzung mit dem durchaus faszinierenden Charakter Lucas Loos interessant und spannend zugleich, wenn auch das Fehlen einer fortlaufenden Handlung wenigsten phasenweise das Buch etwas sperrig erscheinen läßt. Denn die Geschichte bietet nur wenig mehr als die Indiziensuche und die Gespräche darüber. Der Leser muß sich also auf die Erforschung und Erarbeitung des Hauptcharakters und selbstverständlich auch der Nebenfiguren einlassen wollen und können, um dieses kluge und vielschichtige Werk genießen zu können : dann aber kommt er mit Sicherheit auf seine Kosten.

Carl Friedman : Zwei Koffer

Chaja, 20 Jahre alt, lebt in Antwerpen. Um ihr Studium der Philosophie zu finanzieren, arbeitet sie in einem Blumenladen und betreut in den Nachmittagsstunden die Kinder der chassidischen Familie Kalman. Ihr Vater ist auf der Suche nach zwei vergrabenen Koffern, in denen sich Erinnerungsstücke aus seiner Jugend und Andenken an seine Familie befinden. Diese hatte er vergraben, als er auf der Flucht vor den Nationalsozialisten - vergeblich - in Antwerpen unterzutauchen versuchte, bevor er in ein Konzentrationslager gebracht worden war. Chaja wird von der Familie Kalman sehr distanziert behandelt, da sie als nicht religiöse Jüdin nicht den orthodoxen Vorstellungen, insbesondere des Vaters, entspricht. Nur zum fünfjährigen Simcha baut sich eine liebevolle Beziehung auf. Chaja versucht einen Sinn in der Vergangenheit zu finden, daher auch das Philosophiestudium. Doch wirklich weiterhelfen können ihr nur die gelegentlichen Gespräche mit dem alten Nachbarn ihrer Eltern, Herrn Apfelschmitt, der ihr jüdische Traditionen und jüdisches Denken näherbringt, und der Kontakt zu Simcha. Eines Tages jedoch ertrinkt der kleine Junge...

Chaja lebt in einer Umgebung der Extreme : Auf der einen Seite die isolierte Welt der orthodoxen Juden, auf der anderen der teilweise immer noch vorhandene Antisemitismus der nichtjüdischen Umwelt, im Roman deutlich geschildert anhand der Pöbeleien und Schikanen des Hausmeisters. Chaja ist eine lebendige, junge Frau mit Courage, dem Willen, sich auseinanderzusetzen, und bereit, zu lernen. Sie macht das Buch ebenso sympathisch wie spannend. Und ihre menschlichen Qualitäten, ihre Menschlichkeit machen es möglich, daß sie sich sowohl ihrer Familie wieder annähern als sich auch den Respekt der Frau Kalman erringen kann. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Carl Friedman : Der graue Liebhaber

In diesem Band sind drei recht unterschiedliche Erzählungen der Autorin versammelt. Die Titelgeschichte erzählt von Gerschom, der nach dem Tod seiner Frau zwecks Versorgung einem Bewohner des kleinen galizischen Dorfes in Obhut gegeben wird. Als Gegenleistung wird Gerschoms Besitz verkauft und der Erlös dem Betreuer, Sam Petscher, einem Trinker und Faulpelz mit Hang zur Gewalttätigkeit ausgehändigt. Schon bald muß der über hundert Jahre alte Gerschom trotz seiner körperlichen Einschränkungen allerlei Hilfsdienste verrichten. Der einzige Ansprechpartner ist der Esel, der ebenfalls schlecht behandelt wird.
"Heiliges Feuer", die zweite Erzählung setzt sich mit den Auswüchsen des orthodoxen Judentums auseinander. Eine Journalistin, die sich als junge Erwachsene aus ihrem orthodoxen Elternhaus gelöst hatte und deshalb von ihren Eltern verstoßen wurde, muß feststellen, daß sich der sechzehnjährige Sohn einer Freundin, den sie seit seiner Geburt kennt, immer mehr der Orthodoxie zuwendet, den Freundeskreis seiner Eltern und seine Eltern selbst mit missionarischem Eifer traktiert. Während eines Studienaufenthaltes in den USA schließt er sich einer radikalen, recht obskuren Sekte an und wandert schließlich nach Israel aus. In Hebron, das von Muslimen und Juden gleich als wichtiger religiöser Ort reklamiert wird, gerät er in die politisch - religiösen Auseinandersetzungen. Die letzte Erzählung des Buches "Verweilen bei Bette" schließlich schildert, wie eine Tochter und ihr Bruder ihre Mutter beim Sterben begleiten. Es ist kein einfaches Unterfangen, denn die unterschiedlichsten Gefühle, Wut, Trauer, Liebe, Angst und Mitleid werden insbesondere bei der Tochter freigesetzt. Und dann hadert sie auch noch mit ihrem ältesten Bruder Wolf, der sich dem Ganzen recht bequem entzieht.

Diese so unterschiedlichen Erzählungen und ihre so verschiedene schriftstellerischen Mittel bilden das weite und meisterhaft gehandhabte Spektrum der Autorin ab. Zwischen traditioneller jüdischer Dorfgeschichte und politischer Auseinandersetzung und der sehr emotionalen Familienerzählung erwartet den Leser ein intensives, nachdenklich machendes Leseerlebnis und der Genuß an gut erzählten Geschichten. Wie schon bei den beiden zuvor besprochenen Bänden der Autorin bedauere ich, daß derzeit kein Titel dieser Autorin lieferbar ist. Der Themenkreis ist - und bleibt - interessant, und das Können der Autorin fesselt den Leser gekonnt.

Carl Friedman : Vater

"Vater" ist eine kurze Erzählung. Aus der Sicht der Tochter wird das Familienleben eines Überlebenden der Konzentrationslager erzählt. Der Vater erzählt immer wieder von seinen Erlebnissen im KZ, leidet unter ihnen körperlich und seelisch. Selbst die Erziehung wird von ihm über dieses Thema transportiert. Die Kinder verwachsen zunehmend mit der Erlebniswelt, entwickeln darauf bezogene Ängste und Verhaltensweisen. In der Außenwelt sind die Kinder nahezu isoliert, entweder weil der Nationalsozialismus und die deutsche Besetzung verdrängt und verharmlost werden oder - im schlimmsten Falle - weil das rassistische Gedankengut weiterhin lebendig ist und auch geäußert wird.
Max, der älteste Sohn, rebelliert gegen seinen Vater, doch letztendlich haben alle gelernt, miteinander umzugehen und sich die Gefühle zueinander zu bewahren, nicht zuletzt dank der Mutter. "Vater hat Lager" ist ein zeitweiliger, normaler Vorgang....

In kurzen Kapiteln wird das Leben dieser Familie aus der unbestechlichen, kindlichen Sicht der Tochter aufgeblättert. Die Erzählungen des Vaters geben einen guten Einblick in die grausamen Gegebenheiten des Lagerlebens und die daraus sich entwickelnde Persönlichkeit des Familienoberhauptes. Nicht unbeachtet bleibt das niederländische Umfeld in der Nachkriegszeit. "Vater" ist ein lesenswertes und berührendes Buch.

Cees Nooteboom : Allerseelen

Arthur Daane, niederländischer Dokumentarfilmer und Kamera, lebt kurz nach der Wiedervereinigung in Berlin. Hier hat er, nachdem seine Frau und sein Sohn bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, so etwas wie eine neue Heimat gefunden. Und auch einen Freundeskreis, mit dem er bei Lokalbesuchen und gemeinsamen Essen sich austauschen kann. Und doch ist in ihm eine Unruhe geblieben, immer wieder streift er zu Fuß durch die Stadt und filmt Eindrücke, Bilder, die rhapsodisch aneinandergereiht, einmal ein ganzes Werk ergeben sollen. Ihn beschäftigt immer wieder die Vergangenheit, seine persönliche, also der Tod seiner Familie, wie auch die der Hauptstadt, des Landes, in dem er lebt, und des Landes, aus dem er stammt. Vergänglichkeit und Vergangenheit sind die Themen, die seine Gedanken und Gespräche prägen und die sein Filmschaffen beeinflussen. In einem Café trifft er zufällig auf die junge Elik, die gerade an ihrer Doktorarbeit über eine Königin des spanischen Mittelalters arbeitet. Als sie sich wiederbegegnen, beginnt eine komplizierte Liebesgeschichte, die durch immer wiederkehrende Rückzugsbewegungen gekennzeichnet ist. Elik hat seit einer Mißhandlung in der Kindheit Schwierigkeiten, Nähe und Vertrauen zuzulassen, und Arthur, verunsichert durch ihr Verhalten, nimmt immer wieder Aufträge an, die ihn ins Ausland führen. Als er eines Tages zurückkommt, hat Elik die Zelte in Berlin abgebrochen und ist für Nachforschungen nach Spanien gereist. Nicht jedoch, ohne eine Spur zu hinterlassen, die Arthur zu ihr führen könnte....

"Allerseelen" ist ein schwieriges und anspruchsvolles Buch, dessen Bezugsrahmen von Homers Odyssee über Hegelsche Geschichtstheorie bis zur Metaphysik reicht. Bedächtig und eher langsam erzählt, steht die Liebesgeschichte zwischen Arthur und Elik nur vordergründig im Mittelpunkt des Romans. Zentraler ist die Fragestellung nach dem Vergangenen, der Geschichte und deren möglicher Bewahrung durch den Menschen und die Kunst. Nicht zufällig ausgewählt sind die Gesprächspartner, der Philosoph Arno Tieck - ein Porträt von Rüdiger Safranski -, der Bildhauer Victor Leven und die Physikerin Zenobia Stejn. Neben seiner persönlichen Vergangenheit, der Tod von Frau und Kind, beschäftigt Arthur immer wieder die Frage, wie er durch (Film -) Kunst Gegenwart bewahren kann, bzw., ob er das überhaupt kann. Und das umso mehr, als er sich in Berlin, einer Stadt mit einer vielschichtigen Vergangenheit bewegt (Nationalsozialismus, Weltkrieg, Teilung), die die Gegenwart vehement beeinflussen. Und auch die historischen Beziehungen zwischen seinem Geburtsland Niederlande und seiner neuen Heimat Deutschland sind ja nicht unproblematisch. Das Lesen dieses Romans braucht Zeit und den Willen, sich auf den ständigen Diskurs der Vergangenheit und Geschichte einzulassen, sich selbst Fragen zu diesem Thema zu stellen und geduldig die Entwicklung der Handlung und Charaktere abzuwarten. Für mich war dieses Buch eine Bereicherung, sprachlich und gedanklich ein Hochgenuß - zumindest, soweit ich den Überlegungen folgen konnte...

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Die Kapitel und Fußnoten :

Juri Rytchëu verstorben
Im Alter von 78 Jahren ist in St. Petersburg der russische...
tinius - 14. Mai, 20:45
Das hört sich sehr...
Das hört sich sehr überzeugend an - ist gekauft. Hoffentlich...
Gunnar (anonym) - 13. Mai, 04:38
Nuala O'Faolain verstorben
Im Alter von 68 Jahren ist die Journalistin, Schriftstellerin...
tinius - 12. Mai, 22:40
Generell wäre dies...
Generell wäre dies der Sinn meines Weblogs : die...
tinius - 9. Mai, 08:38
Ich sehe gerade: du liest...
Ich sehe gerade: du liest die Traumfresser.Schreibst...
meliterature - 9. Mai, 07:47
Autorenalphabet : P
Palmen, Connie Luzifer Parks, Tim Alle lieben...
tinius - 9. Mai, 05:26
Connie Palmen : Luzifer
Im Sommer 1981 reisen der niederländische Komponist...
tinius - 9. Mai, 05:24
Paul Verhaeghen erhält...
Einen ungewöhnlichen Erfolg hatte der belgische...
tinius - 9. Mai, 03:13
Luigi Malerba verstorben
Mit Luigi Malerba (eigentlich : Luigi Bonardi) ist...
tinius - 9. Mai, 02:55
Marcel Reich - Ranicki...
Am 9. Mai wird Marcel Reich - Ranicki den mit insgesamt...
tinius - 5. Mai, 23:24

Randnotizen anderswo :

Ich habe einen Wecker,...
Ich habe einen Wecker, dessen Ton an eine Sirene erinnert....
Jekylla - 16. Mai, 11:14
Es gibt doch kostenlose...
Es gibt doch kostenlose Counter, die man hier mühelos...
CiliaSommer - 15. Mai, 23:55
Es war in der Tat entweder...
Es war in der Tat entweder erbärmlich oder haarsträubend....
elsalaska - 14. Mai, 00:01
Tief in den Zeiten der...
Tief in den Zeiten der Unwissenheit verwurzelt bevorzuge...
jequetepeque - 13. Mai, 19:20
Das war einst eine meiner...
Das war einst eine meiner ersten modernen deutschen...
kursiv - 12. Mai, 10:13
Ja, das wäre logisch....
Ja, das wäre logisch. Allerdings sind unterschiedliche...
help - 12. Mai, 01:11
Ich vermute, es werden...
Ich vermute, es werden nur die drei aktuellsten Feeds...
help - 12. Mai, 00:28
Der Feed von beyars.com...
Der Feed von beyars.com (Kunstlexikon)funktioniert ...
help - 11. Mai, 13:39

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Online seit 279 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Mai, 18:22

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