Nachrufe

Juri Rytchëu verstorben

Im Alter von 78 Jahren ist in St. Petersburg der russische Autor Juri Rytchëu verstorben. Er galt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der indigenen Völker Rußlands. Juri Rytchëu wurde 1930 in Uëlen auf der sibirischen Halbinsel Tschukotka als Sohn eines Jägers geboren. Seine Familie und er gehörten dem etwa 12000 Menschen zählenden Volk der Tschukschen an, die vor allem als Jäger und nomadische Rentierzüchter ihr Leben fristeten, allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg zwangskollektiviert wurden und damit ihre ursprünglichen sozialen Strukturen verloren. Insbesondere Schamanen gerieten zum Feindbild der damaligen Sowjetunion. Nach dem Besuch eines regionalen Lehrerkonvents ging Juri Rytchëu nach Anadyr, die Hauptstadt dieser Region und arbeitete für die Zeitung Sowjetskaja Tschukotka. 1949 ging er nach Leningrad und begann ein Studium der Philiologie, das er 1954 beendete. Bereits Mitte der fünfziger Jahre veröffentlichte Rytchëu erste Erzählungen in sowjetischen Literaturzeitschriften. Seine Texte waren zunächst mehr oder weniger regimetreu, sein Stil dem Sozialistischen Realismus verhaftet. Ende der fünfziger Jahre erschien sein erster Roman "Abschied von den Göttern", in dem er die Auflösung der traditionellen Strukturen und den Weg der Tschukschen in die sozialistische Zivilisation als unumgängliche Notwendigkeit beschrieb. Diese frühen Werke, alle in russischer Sprache verfasst, widmeten sich ausschließlich dieser auch von der Regierung propagierten zivilisatorischen Entwicklung. Dennoch vermittelten auch diese Texte ein realistisches Bild des Alltags und der Traditionen seines Volkes, wie er sie selbst erlebt hatte. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden seine Bücher kritischer und reflektierten u.a. auch über das Klischee des "Eingeborenen". Weiter allerdings stand die Schilderung des Lebens der Tschukschen im Mittelpunkt seiner Schriften. Zu seinen bekanntesten Werken, die zumeist auch in deutscher Übersetzung - im Schweizer Unionsverlag - vorliegen, gehören u.a. die Ausgestaltung des Schöpfungs - und Menschheitsentstehungsmythos der Tschukschen "Wenn die Wale fortziehen", der Roman "Traum im Polarnebel", "Der letzte Schamane", in dem er die Geschichte seiner Familie von der mythischen Entstehung der Menscheit bis zu seiner Generation schildert, der autobiographische Text "Im Spiegel des Vergessens" oder der Roman "Die Reise der Anna Odinzowa", in dem er das Aufeinandertreffen einer Ethnologin und des von ihr beobachteten Volkes kritisch beleuchtet. Literarisch beeinflußt sah sich Juri Rytchëu vor allem von den russischen Klassikern wie Tschechow, Turgenjew, Tolstoi, aber auch von Maxim Gorki. Geschätzt wurden seine klare Sprache und die literarische Dichte seiner Bücher.

Nuala O'Faolain verstorben

Im Alter von 68 Jahren ist die Journalistin, Schriftstellerin und Feministin Nuala O'Faolain am 9. Mai 2008 an einem Lungenkrebsleiden in Dublin verstorben. Eine Behandlung mit lebensverlängernden Chemotherapeutika lehnte sie ab und reiste stattdessen mit Freunden durch Europa. Nuala O'Faolain wurde 1940 in Dublin als Tochter eines bekannten irischen Journalisten geboren. Sie war das zweitälteste Kind von insgesamt neun Geschwistern. Sie besuchte zunächst katholische Privatschulen und, da sie nicht selten gegen Regeln verstieß, später ein katholisches Internat. Nach ihrem Studium an der Universität von Hull und der Oxford University, unter anderem machte sie Abschlüsse in den Fächern Mittelalterliche Literatur und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts, arbeitete sie unter anderem als Dozentin für Medienwissenschaften und als Fernsehproduzentin für die BBC. Zeitgleich verfasste sie Buchrezensionen für die renommierte Zeitung "The London Times". In den neunziger Jahren wurde sie Kolumnistin der Zeitung "The Irish Times". Ihre Kolumnen fanden schnell Anerkennung, und Nuala O'Faolain wurde bald als Journalistin des Jahres ausgezeichnet. Neben ihren Kolumnen veröffentlichte sie Beiträge über Europa, Afrika und die USA. Als ein Verleger ihre Kolumnen als Buch veröffentlichen wollte, wuchs sich ihre Arbeit an einem Vorwort zu einem umfangreichen autobiographischen Text aus, in dem sie die Alkoholkrankheit ihrer Mutter, ihre eigene Sucht, ihre lesbische Beziehung zu einer anderen Journalistin beschrieb und die Nichterfükkung von an sie gestellten oder von ihr selbst gehegten Erwartungen thematisierte. Nach einem Fernsehinterview wurde das Buch "Nur nicht unsichtbar werden" unversehens zu einem Bestseller. Später veröffentlichte sie mit "Sein wie das Leben" einen zweiten autobiographischen Band. Ein häufig wiederkehrendes Thema in ihren Texten war ihre Kinderlosigkeit. International bekannt wurde sie mit dem Roman "Ein alter Traum von Liebe", den in Deutschland Elke Heidenreich in ihrer Sendung "Lesen!" vorstellte. Während sie an diesem Roman schrieb, lebte sie in Manhattan, New York.

Luigi Malerba verstorben

Mit Luigi Malerba (eigentlich : Luigi Bonardi) ist im Alter von 81 Jahren einer der international bekanntesten italienischen Autoren verstorben. 1927 in Berceto in der Nähe von Parma geboren, studierte Malerba zunächst Jura. In den fünfziger Jahren war er verantwortlicher Redakteur für das Kinomagazin "Sequenze", außerdem arbeitete er als Drehbuchautor mit dem dem neorealismo zuzurechnenden Regisseur Alberto Lattuado zusammen. In den sechziger Jahren leitete er eine Zeitlang eine Werbeagentur. 1963 debütierte Malerba mit seinen Erzählungen "Die Entdeckung des Alphabets". Außerdem gehörte er zu den Mitbegründern einer Gruppe von Intellektuellen und Schriftstellern - der Gruppo 63 - zu der auch Umberto Eco gehörte. Dieser Kreis formulierte einen starken Gegensatz zur bestehenden Gesellschaft und forderte ein, tradierte literarische Formen zu überschreiben, um, wenn eine Überwindung der kapitalistischen Ordnung in der Realität unmöglich sei, deren Analogien in der Literatur auf sprachlicher und formaler Ebene vernichten. Zum Vorbild ihrer experimentellen Arbeiten nahmen sie sich den Schriftsteller Carlo Emilio Gadda, der Ähnliches bereits erfolgreich praktizierte. Eine der Grundthesen der Gruppe war, daß der Autor hinter seinem Text zurücktreten müsse und sich sein Werk allein am Objekt orientieren müsse. 1966 erschien sein Roman "Die Schlange", zwei Jahre später und kurz bevor die Gruppo 63 auseinanderbrach der Roman "Salto Mortale", für den Malerba mit dem Prix Médicis ausgezeichnet wurde. Malerbas Erzählstil blieb immer dem eher Experimentellen verhaftet. Er spielte mit Erzähl - und Realitätsebenen, schuf komplizierte Beziehungsgeflechte seiner Personen untereinander, um damit die verschieden interpretierbare Wirklichkeit abzubilden und bis zur Auflösung infrage zu stellen. Sein literarisches Spektrum reichte von Kinderbüchern über eher anekdotenhaft kurze Texte wie "Die nachdenklichen Hühner" bis hin zum historischen Roman wie etwa "Das Griechische Feuer" oder "Die nackten Masken". Ein weiteres Merkmal vor allem der späteren Romane waren immer deutlicher werdende groteske elemente und Überzeichnungen. Thematisch setzte er sich immer wieder mit den Erscheinungen der Macht und deren Korruption auseinander. In deutscher Sprache sind noch einige der von ihm verfassten Bücher lieferbar.

Park Kyung Ni verstorben

Im Alter von zweiundachtzig Jahren verstarb die südkoreanische Autorin Park Kyung Ni an einem Schlaganfall. Schon ein Jahr zuvor war bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert worden, dessen Behandlung sie aber verweigerte. Zudem litt sie an Diabetes und Bluthochdruck. Seit April hatte sie, halbseitig gelähmt, im Koma gelegen. Park wurde 1926 in Tongyeong geboren. Nach dem Besuch einer Mädchenoberschule heiratete sie 1946, verlor ihren Mann aber im Korea - Krieg. Auch ihr neugeborener Sohn verstarb kurz nach dem Ende des Krieges. Park begann ihre schriftstellerische Arbeit mit der Veröffentlichung zweier Kurzgeschichten 1955 bzw. 1956. Bekannt wurde sie später durch ihre Romane, die zum Teil auch in Deutschland veröffentlicht wurden. Zu ihren international bekanntesten Werken gehören die Roman "Die Töchter des Apothekers Kim" und "Markt und Krieg". Ihr Opus Magnum war allerdings der 16bändige Romanzyklus "Land", der die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ende der japanischen Besetzung Koreas 1945 detailliert schildert. In ihm mischen sich hochliterarische und die Sprache des einfachen Volkes zu eindrucksvollen Portraits der etwa 300 Figuren. Mit der Autorin Pak Wanso war Park Kyung Ni die Grande Dame der südkoreanischen Literatur. Die in Deutschland veröffentlichten Bücher, darunter auch vier Bände von "Land", sind nur noch gebraucht erhältlich. Wer weiter recherchieren möchte, sei auf unterschiedliche Schreibung des Namens hingewiesen : gefunden habe ich sowohl "Park Kyung - ni", als auch "Pak Kyongni" oder "Park Kyung Ri".

Hugo Claus verstorben

Gerade noch hatte im März der Klett - Cotta Verlag eines seiner Hauptwerke, "Het verdriet van België", entstanden 1983, in einer neuen Übersetzung unter dem Titel "Der Kummer von Belgien" veröffentlicht. Nun ist der belgische Autor im Alter von 78 Jahren in Antwerpen verstorben. Er hatte die in Belgien legale Möglichkeit der Sterbehilfe in Anspruch genommen, nachdem er über Jahre an der Alzheimer - Krankheit litt. Hugo Claus war 1929 in Brügge als Kind eines Druckers geboren worden. Er war der älteste von vier Söhnen der Familie und wurde streng katholisch erzogen. Allerdings fiel es ihm schwer, sich in das traditionelle Schulsystem einzufügen, sodaß er recht jung die Schule verließ. Er arbeitete unter anderem auf einem Bauernhof oder verdiente in Frankreich seinen Lebensunterhalt als Saisonarbeiter in einer Zuckerraffinerie. Claus studierte in Ghent Bildende Kunst und Schauspiel. In Paris traf er auf Antonin Artaud, dessen Einfluß in den frühen Gedichten Claus' spürbar wird. Zurück in Belgien schloß er sich der Künstlergruppe Cobra (aus den Abkürzungen für Copenhagen, Brüssel, Amsterdam gebildeter Name) an. Von 1950 bis 1955 lebte er überwiegend in Paris, verbrachte aber auch einige Zeit in Italien. 1950 war auch sein erster Roman erschienen : "De Metsiers", eine Familienchronik, die von Faulkners "Als ich im Sterben lag" inspiriert worden war. Hugo Claus gilt einer der bedeutendsten belgischen Autoren, als wohl der bedeutendste flämischer Sprache. Er veröffentlichte in seinem schriftstellerischen Leben unzählige Gedichte - eine Ausgabe seiner kompletten Lyrik umfaßt ca. 1100 Seiten -, Erzählungen, Romane, Dramen und Drehbücher. Vor allem die Lyrik der ersten Jahre war recht experimentell, aber auch sein erster Roman war formal einigermaßen gewagt, denn Claus entwickelte darin ein multiperspektivisches Erzählen, das auch in den späteren erzählenden Werken zu einem festen Bestandteil seines Schaffens werden sollte. Sein Erzählton war nicht selten lyrisch, dunkel metaphorisch, eine Eigenart, mit der er sich bewußt von niederländischen Autoren wie Harry Mulisch oder Cees Nooteboom abgrenzte, denen er ein eher kühles, intellektuelles Erzählen vorwarf, das die Risiken dunklerer, poetischerer Pfade scheue. Themen seiner Bücher war immer wieder Belgien, seine Vergangenheit als Kolonialmacht oder die Besatzung durch die Deutschen während des 2. Weltkrieges und deren Auswirkungen auf die belgische Gegenwart. Ins Deutsche übersetzt wurden einige seiner Werke, vor allem natürlich "Der Kummer von Belgien", aber auch "Das Stillschweigen", "Das Sakrament", "Der Schwertfisch", "Jakobs Verlangen", "Die Verwunderung", drei Theaterstücke und eine Auswahl von Gedichten. Lieferbar sind allerdings einzig "Der Kummer von Belgien" und "Das Stillschweigen". Alle anderen Bücher können derzeit nur antiquarisch erworben werden.

Arthur C. Clarke verstorben

Mit dem britischen Schriftsteller Arthur C. Clarke ist einer der bekanntesten und wichtigsten Autoren der Science Fiction im Alter von neunzig Jahren verstorben. 1968 erlangte er Weltruhm, als Stanley Kubrick eine seiner Kurzgeschichten verfilmte : "2001 : Odyssee im Weltraum" nach der Kurzgeschichte "Sentinel of Eternity" , wobei Clarke auch die technischen Details der filmischen Umsetzung überwachte. Arthur C. Clarke wurde 1917 in Minehead in der englischen Grafschaft Somerset geboren. Da er kein Geld hatte, um ein Studium zu finanzieren, arbeitete er zunächst als Bilanzprüfer, nahm dann als Spezialist für Radar - Überwachung am 2. Weltkrieg im Dienste der Royal Airforce teil. Nach dem Krieg studierte er Mathematik und Physik am "King's College" in London. Schon zu Beginn der dreißiger Jahre hatte er erste Geschichten geschrieben. Allerdings entwarf er auch wissenschaftliche Beiträge für Zeitschriften. So sah er bereits 1945 geostationäre Kommunikationssatelliten voraus, die erst 1970 zur Realität wurden. Seit 1951 arbeitete Clarke als freier Schriftsteller. In diesem Jahr erschien sein Roman "Projekt : Morgenröte", dem über einhundert weitere Bücher folgen sollten, darunter "Fahrstuhl zu den Sternen", "Aufbruch zu den Sternen" oder "3001 : Die letzte Odyssee". Nach einer nur kurzen Ehe zog Arthur C. Clarke 1956 nach Sri Lanka und lebte seitdem in der Hauptstadt Colombo. 1988 erkrankte er an Kinderlähmung. 2000 wurde er in den Adelsstand erhoben, allerdings erst nachdem er gegen ihn erhobene Vorwürfe der Pädophilie hatte entkräften können. Gewürdigt wurden mit dem Titel sowohl seine wissenschaftlichen als auch seine literarischen Leistungen. Nach ihm wurden zudem ein Asteroid, eine Dinosaurierart und der geostationäre Orbit benannt. Das Hauptaugenmerk seines Schaffens lag vor allem auf zukünftigen technischen Entwicklungen, ohne daß er aber die Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft vernachlässigte. Mit zunehmendem Alter wurde Clarke in dieser Hinsicht immer pessimistischer und bezweifelte ein Überleben auf der immer stärker zerstörten Erde. Allenfalls ein Überleben im Weltraum schien ihm noch denkbar. Clarke arbeitete weiterhin auch in der Forschung, so in einem nach ihm benannten Zentrum für Moderne Technologie in der Nähe von Colombo. Außerdem besaß er eine Tauchschule, die durch den Tsunami Ende 2004 zerstört wurde.

Julian Rathbone verstorben

Der britische Schriftsteller Julian Rathbone ist am 28. Februar 2008 im Alter von 73 Jahren verstorben, wie erst jetzt bekannt wurde. Rathbone war 1935 in Blackheath, London, geboren worden, studierte in Cambridge Englische Literatur und Sprache. Nach seinem Universitätsabschluß lebte er drei Jahre in der Türkei bis ihn der tödliche Autounfall seines Vaters veranlaßte, nach Großbritannien zurückzukehren. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Lehrer an verschiedenen Londoner Schulen. Allerdings schwebte ihm von Anfang an eine Karriere als Künstler vor. Doch schwankte er zunächst zwischen Schauspiel und Malerei. 1967 veröffentlichte er seinen ersten Kriminalroman "Für eine Handvoll Diamanten". Schauplätze seiner Bücher waren unter anderem die Türkei oder Spanien, die Themenpalette umfaßte den Politthriller ebenso wie die Umweltkriminalität. 1976 und 1979 wurde Julian Rathbone auf der Shortlist des renommierten Booker - Preises geführt ("King Fisher Lives" und "Michael Joseph"). Rathbone lehnte es strikt ab, sich auf ein Genre festlegen zu lassen und verfasste ebenso historische Sachbücher, etwa über Wellington, wie historische Romane und Kriminalromane. Besonders seit den achtziger Jahren standen vermehrt historische Themen in seinem Blickfeld. So entstanden "Die Könige von Albion", "Der letzte englische König", "Querobin oder Der letzte Kastrat" oder "Der Spitzel von Waterloo". Politisch war Rathbone eher der Linken zuzuordnen, nicht zuletzt durch die Konfrontation mit der Armut in der Türkei und die in seiner Lehrtätigkeit erfahrene Klassengesellschaft seines Heimatlandes. Bestimmend blieben allerdings immer Werte wie Freiheit und Toleranz. In Deutschland wurden zum Ende der siebziger, Beginn der achtziger Jahre etliche seiner eher kriminalistischen, später dann auch die historischen Romane veröffentlicht. Während amazon noch einige Bände als verbilligte Restposten anbietet, sind seine Bücher eigentlich nur noch gebraucht erhältlich.

Stephen Marlowe verstorben

Der us - amerikanische Autor Stephen Marlowe ist im Alter von 79 Jahren in Williamsburg, Virginia, verstorben. Er war als Milton Lesser 1928 in Brooklyn, New York, geboren worden. Nach einem College - Abschluß im Fach Philosophie begann er in den fünfziger Jahren, Science Fiction - Geschichten zu schreiben. Ende der fünfziger Jahre ließ er seinen Namen in Stephen Marlowe ändern, eines vieler Pseudonyme, unter denen er schrieb. Unter anderem veröffentlichte er unter den Pseudonymen Andrew Frazer, Darius John Granger, C. H. Thames, Stephen Wilder, Jason Ridgway und Adam Chase. Zudem gesellte er sich der Reihe von Ghostwritern hinzu, die unter dem Namen "Ellery Queen" veröffentlichten. Am bekanntesten wurde Marlowe durch seine Detektivfigur Chester Drum, die seit Mitte der fünfziger Jahre seine Romane, eine Mischung aus Hardboiled - Kriminalroman und Spionageroman, prägte. Zu seinen in Deutschland veröffentlichten Kriminalromanen gehörten "Mord an einem Toten", "Mord gefällig ?" und "Leiche in bester Gesellschaft", die alle 1969 bzw. 1970 erschienen. Marlowe lebte lange im europäischen Ausland, und so ist es nicht verwunderlich, daß seine Figur Chester Drum eine Art Globetrotter war. In den letzten Jahrzehnten wandte sich Stephen Marlowe historischen und historisch - biographischen Romanen zu, die meist europäische Themen behandelten. so verfasste er "Ritter des Zufalls - Tod und Leben des Miguel de Cervantes" und "Die Memoiren des Christoph Columbus", aber auch "The Lighthouse at the End of the World" über den amerikanischen Dichter und Schriftsteller Edgar Allan Poe. 1988 wurde er mit dem "Prix Gutenberg du livre" ausgezeichnet, 1997 erhielt er eine Auszeichnung für sein Lebenswerk von den "Private Eye Writers of America". Derzeit sind deutsche Übersetzungen seiner Bücher allenfalls gebraucht erhältlich.

Raymond Kennedy verstorben

Der us - amerikanische Schriftsteller Raymond Kennedy ist am 18. Februar 2008 im Alter von 73 Jahren verstorben. Zwar waren Kritiker nie einhellig begeistert, doch fand sein Werk vehemente Befürworter, unter anderem den Autor Raymond Carver. Raymond Kennedy wurde 1934 in Massachusetts geboren. Nach seinem Dienst in der Armee studierte Kennedy Englisch an der Universität von Massachusetts, wo er später auch als Gastdozent unterrichtete. Einige Jahre arbeitete er für Lexikon Verlage, zuletzt für die "Encyclopedia Americana" als Verantwortlicher für das Sachgebiet Anthropologie. 1963 erschien - weitgehend unbeachtet - sein erster Roman "My Father's Orchard". Erst 1970 wurde er anlässlich der Veröffentlichung seines zweiten Romans "Goodnight Jupiter" vom Feuilleton wahrgenommen. In den siebziger Jahren veröffentlichte er immer wieder Kurzgeschichten in der Zeitschrift "Esquire". Kennedys Lebensmittelpunkt nach den Jugendjahren war über Jahrzehnte New York. Er unterrichtete im Fach "Fiction Writing" an den Universitäten von Boston, New York und der "Columbia University", dessen Lehrkörper er über zwei Jahrzehnte angehörte. In deutscher Sprache wurden von ihm die Novelle "Am Rand der Welt" und die Romane "Lulu Incognito" und "Hoch zu Roß" veröffentlicht. Während "Lulu Incognito" nur noch gebraucht erhältlich ist, sind die beiden anderen Bände noch regulär lieferbar.

Alain Robbe - Grillet verstorben

Der französische Schriftsteller Alain Robbe - Grillet ist Im Alter von 85 Jahren verstorben. 1922 war Robbe - Grillet in Brest im Département Finistère geboren worden. Ganz in der Tradition seiner Familie, in der Wissenschaftler und Ingenieure häufig vertreten waren, studierte er zunächst Mathematik und Biologie, später dann Agrarwissenschaften. Als Agraringenieur arbeitete er zunächst am "Institut National des Statistiques". Nach mehreren Forschungsreisen, bei denen er sich mit dem Anbau von Tropenfrüchten beschäftigte, beschloß er, sich fortan dem Schreiben zu widmen. 1953 erschien sein Roman "Les gommes" (dt. : "Die Radiergummis", veröffentlicht in Deutschland unter dem Titel "Ein Tag zuviel"). Robbe - Grillet gilt als Mitbegründer und Protagonist der literarischen Bewegung des "Nouveau Roman". Wie auch Nathalie Sarraute, Michel Butor, Robert Pinget und Claude Simon grenzte er sich gegen Sartres Forderung ab, Literatur müsse politisch, moralisch und gesellschaftlich Stellung beziehen und wirken. Vielmehr wurde in ihren Werken eine strikt neutrale Erzählhaltung verfolgt, die allein das Aussehen von Dingen und die damit verbundenen Sinneseindrücke in den Mittelpunkt stellte. Charakterisierungen und eine chronologische Handlungsführung verloren sich bald im immer mehr Fragmentarischen in Robbe - Grillets Werken. Dies lies ihn zunehmend unlesbar erscheinen. Die (geringen)Verkaufszahlen und die der literarischen Bewegung zugeordnete Bedeutung widersprachen sich eklatant. Spätestens in den achtziger Jahren wandte er sich vom "Nouveau Roman" ab und veröffentlichte Romane mit autobiographischen Bezügen, was die Bewegung des "Nouveau Roman" nicht zugelassen hätte. zu diesen Werken zählen "Der wiederkehrende Spiegel", "Angelique oder Die Verzauberung" und "Corinthes letzte Tage". Seit den sechtziger Jahren schrieb er außerdem Drehbücher für Kinofilme und führte Regie. Seit 2004 war Robbe - Grillet zum Mitglied der "„Académie Française“ berufen, da er sich jedoch weigerte, eine Uniform zu tragen und das Schwert zur Verteidigung der französischen Sprache in die Hand zu nehmen, mußte die Aufnahme wiederholt verschoben werden.

Ich lese gerade :

Der Autor :

Der Leser :

Du bist nicht angemeldet.

Bibliographische Recherche :

 

Die Kapitel und Fußnoten :

Juri Rytchëu verstorben
Im Alter von 78 Jahren ist in St. Petersburg der russische...
tinius - 14. Mai, 20:45
Das hört sich sehr...
Das hört sich sehr überzeugend an - ist gekauft. Hoffentlich...
Gunnar (anonym) - 13. Mai, 04:38
Nuala O'Faolain verstorben
Im Alter von 68 Jahren ist die Journalistin, Schriftstellerin...
tinius - 12. Mai, 22:40
Generell wäre dies...
Generell wäre dies der Sinn meines Weblogs : die...
tinius - 9. Mai, 08:38
Ich sehe gerade: du liest...
Ich sehe gerade: du liest die Traumfresser.Schreibst...
meliterature - 9. Mai, 07:47
Autorenalphabet : P
Palmen, Connie Luzifer Parks, Tim Alle lieben...
tinius - 9. Mai, 05:26
Connie Palmen : Luzifer
Im Sommer 1981 reisen der niederländische Komponist...
tinius - 9. Mai, 05:24
Paul Verhaeghen erhält...
Einen ungewöhnlichen Erfolg hatte der belgische...
tinius - 9. Mai, 03:13
Luigi Malerba verstorben
Mit Luigi Malerba (eigentlich : Luigi Bonardi) ist...
tinius - 9. Mai, 02:55
Marcel Reich - Ranicki...
Am 9. Mai wird Marcel Reich - Ranicki den mit insgesamt...
tinius - 5. Mai, 23:24

Randnotizen anderswo :

Ich habe einen Wecker,...
Ich habe einen Wecker, dessen Ton an eine Sirene erinnert....
Jekylla - 16. Mai, 11:14
Es gibt doch kostenlose...
Es gibt doch kostenlose Counter, die man hier mühelos...
CiliaSommer - 15. Mai, 23:55
Es war in der Tat entweder...
Es war in der Tat entweder erbärmlich oder haarsträubend....
elsalaska - 14. Mai, 00:01
Tief in den Zeiten der...
Tief in den Zeiten der Unwissenheit verwurzelt bevorzuge...
jequetepeque - 13. Mai, 19:20
Das war einst eine meiner...
Das war einst eine meiner ersten modernen deutschen...
kursiv - 12. Mai, 10:13
Ja, das wäre logisch....
Ja, das wäre logisch. Allerdings sind unterschiedliche...
help - 12. Mai, 01:11
Ich vermute, es werden...
Ich vermute, es werden nur die drei aktuellsten Feeds...
help - 12. Mai, 00:28
Der Feed von beyars.com...
Der Feed von beyars.com (Kunstlexikon)funktioniert ...
help - 11. Mai, 13:39

Verlagsangaben :

Online seit 279 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Mai, 18:22

Danksagung :

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)
xml version of this topic

twoday.net AGB

Marketing :

Verkaufsstatistik :




A - Z Autoren
Aegypten
Albanien
Argentinien
Australien
Belgien
China
Deutschland
Estland
Frankreich
Griechenland
Grossbritannien
Indien
Irland
Island
Israel
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren