Jaques Roubaud : Fünfundfünfzigtausendfünfhundertfünfundfünfzig Bälle
Der nicht sehr umfangreiche Roman schildert eine Jugendfreundschaft während der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen und deren tiefgreifenden Folgen. Laurent Akapo und sein Freund Norbert arbeiten als Caddies auf einem Golfplatz im Süden Frankreichs, um ihr Taschengeld aufzubessern. Als die Besatzungstruppen - und damit auch die Gestapo - in ihrem Heimatort Einzug gehalten haben, gehört es zu seinen Pflichten, diese beim Golfspiel zu begleiten und auch für sie als Caddie tätig zu sein. Laurents Vater dagegen ist im Widerstand aktiv. Als Laurent zufällig während einer Golfpartie erfährt, daß seinem Vater eine Falle gestellt wurde, und er den Golfplatz nicht unauffällig verlassen kann, bittet er seinen Freund Norbert, NO, den Vater zu warnen. Er verspricht ihm dafür jede von ihm gewünschte Gegenleistung. Kurz vor dem Beginn der alliierten Invasion in der Normandie verlangt Norbert als Einlösung seines Versprechens, daß Laurent fünfundfünfzigtausendfünfhundertfünfundfünfzig Golfbälle einsammeln müsse, ohne auf geschenkte, gestohlene oder gekaufte Bälle zurückzugreifen. Laurents Vater entkommt der ihm gestellten Falle, fällt aber während einer anderen Widerstandsaktion den deutschen in die Hände und wird nach Buchenwald deportiert, wo er an Entkräftung und Typhus stirbt. Laurent hat die Lebensdevise seines Vaters : "Ein Gentleman hält immer sein Wort" verinnerlicht und widmet sich von nun an dieser fast unlösbaren Aufgabe, bricht die Schule ab und wird Berufscaddie. So hält er seinem Vater die Treue in einer zugleich ihn stützenden als auch zerstörenden Obsession. Erst 1996 erfährt er in mehreren Gesprächen eine unglaubliche Wahrheit....
Es ist in meinen Augen ein kleiner, feiner Roman, der auf wenigen Seiten die Zusammenhänge der deutschen Besatzung Frankreichs und ihre Auswirkungen auf die französische Bevölkerung deutlich macht. Die zunächst harmonische und innige Freundschaft der beiden Jungen entwickelt sich - nachvollziehbar - zu einer Frage der Dominanz. Auch in diesem Roman haben Zahlen, wie man aus dem Titel unschwer schließen kann, eine wichtige Bedeutung, eine kaum geringere hat die ja auf mathematischen Grundlagen beruhende Architektur. jedoch ist für Nichtmathematiker die mathematische Gesetzmäßigkeit vermutlich weder erkennbar noch nachvollziehbar. Dennoch kann man sich, denke ich, getrost auf die Lektüre dieses schmalen Bandes einlassen, denn es ist und bleibt : eine gute Geschichte.
Es ist in meinen Augen ein kleiner, feiner Roman, der auf wenigen Seiten die Zusammenhänge der deutschen Besatzung Frankreichs und ihre Auswirkungen auf die französische Bevölkerung deutlich macht. Die zunächst harmonische und innige Freundschaft der beiden Jungen entwickelt sich - nachvollziehbar - zu einer Frage der Dominanz. Auch in diesem Roman haben Zahlen, wie man aus dem Titel unschwer schließen kann, eine wichtige Bedeutung, eine kaum geringere hat die ja auf mathematischen Grundlagen beruhende Architektur. jedoch ist für Nichtmathematiker die mathematische Gesetzmäßigkeit vermutlich weder erkennbar noch nachvollziehbar. Dennoch kann man sich, denke ich, getrost auf die Lektüre dieses schmalen Bandes einlassen, denn es ist und bleibt : eine gute Geschichte.
tinius - 12. Aug, 23:32






