John Banville : Newtons Brief - Ein Zwischenspiel
Ein Historiker hat sich in ein Cottage auf dem Land zurückgezogen, um dort ein Buch über den Wissenschaftler Sir Isaac Newton zu beenden. Besonderes Interesse gilt einem Brief an John Locke, in dem Newton verbittert den Sinn seines Forscherlebens in Frage stellt: ihm scheint nicht mehr als die Rolle eines Beobachters möglich, nicht die eines Wissenden, der die Welt hätte erklären können. Dies könnte erhellen, weshalb Newton sich trotz seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckung in den letzten Lebensjahren fast ausschließlich alchemistischen und kabbalistischen Studien zugewandt hatte. Doch der Schriftsteller selbst beschäftigt sich zunehmend mit der Familie seines Vermieters, die ihn vor Rätsel stellt. Er erfindet sich mögliche Zusammenhänge und Strukturen, beginnt eine Affäre mit der Tochter und glaubt sich gleichzeitig in die Mutter verliebt. Doch zum Schluß muß er erkennen, daß alle Gedanken nur eine Fantasmagorie sind, daß er letztendlich nichts weiß. "Newtons Brief - Ein Zwischenspiel" ist der dritte Teil der sogenannten Wissenschaftler - Trilogie.
In diesem kurzen Roman, der wohl einiges Autobiographisches enthält, beleuchtet der Autor in den beiden parallel gesetzten Figuren das Verhältnis zwischen Natur - und Geisteswissenschaften. Sowohl der Schriftsteller als auch Newton scheitern an ihren inadäquaten Systemen der Interpretation, am Gegensatz zwischen göttlicher Realität und dem unvollkommenen menschlichen Leben und dessen beschränkten Fähigkeiten. Auf 95 Seiten findet sich ein ziemlich komplexer Text, anspruchsvoll und anspielungsreich - so bezieht sich die entstehende ménage à quatre offensichtlich auf Goethes "Wahlverwandschaften" -, der den Leser fordert : inhaltlich, sprachlich und formal. Es ist also kein einfaches Buch, sein Hauptzweck liegt in der Reflektion, weniger in der Unterhaltung. Im Gegensatz zu mir würde ich zudem das Einhalten der Chronologie der Roman - Trilogie anraten....
In diesem kurzen Roman, der wohl einiges Autobiographisches enthält, beleuchtet der Autor in den beiden parallel gesetzten Figuren das Verhältnis zwischen Natur - und Geisteswissenschaften. Sowohl der Schriftsteller als auch Newton scheitern an ihren inadäquaten Systemen der Interpretation, am Gegensatz zwischen göttlicher Realität und dem unvollkommenen menschlichen Leben und dessen beschränkten Fähigkeiten. Auf 95 Seiten findet sich ein ziemlich komplexer Text, anspruchsvoll und anspielungsreich - so bezieht sich die entstehende ménage à quatre offensichtlich auf Goethes "Wahlverwandschaften" -, der den Leser fordert : inhaltlich, sprachlich und formal. Es ist also kein einfaches Buch, sein Hauptzweck liegt in der Reflektion, weniger in der Unterhaltung. Im Gegensatz zu mir würde ich zudem das Einhalten der Chronologie der Roman - Trilogie anraten....
tinius - 14. Aug, 12:36













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