Henning Boëtius : Tod in Weimar
Vom 10. bis 15. März 1832 hält sich Siegmund von Arnim, Sohn der Bettine von Arnim in Weimar auf und wird mehrere Male von Goethe empfangen, zum Mittagessen und zu regelmäßigen Kutschfahrten durch das noch winterliche Weimar eingeladen. Dies ist aus mehreren Gründen eher verwunderlich : zum einen wurde Bettine, einst Goethes jugendliche Muse und kurzzeitige Geliebte, nach einem Streit mit Goethes Ehefrau Christiane vor vielen Jahren dauerhaft des Hauses verwiesen, zum anderen hätten Goethes Alter und angegriffene Gesundheit solche Ausflüge eigentlich nicht gestattet. Durch einen recht zweideutigen Brief der Mutter eingeführt und ohne schlüssige Erklärungen für seinen Besuch, wirkt Siegmund zudem eher desinteressiert und gelangweilt. Goethe, der zunehmend mit seiner Vergänglichkeit und dem Verlust seiner Libido konfrontiert ist, blüht in der Gegenwart des jungen Mannes noch einmal auf. Die wahren Beweggründe für diese Begegnung bleiben ihm zunächst verborgen. Der Dichter scheint noch einmal einer "amour fou" verfallen. Die zweite Kutschfahrt führt zu Goethes Gartenhaus und mündet in einer sexuellen Begegnung.
Die von Boëtius geschilderte Begegnung ist historisch verbürgt. Als Hintergrund ist zudem gesichert, daß Bettine von Arnim, nach dem Tod ihres Mannes, Achim von Arnim, in finanzielle Schwierigkeiten geriet, diese jedoch nach dem Tode Goethes am 22. März 1832 mit der Veröffentlichung ihres Buches "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" hat dauerhaft abwenden und ihren eigenen Ruhm als Schriftstellerin begründen können. Das Buch erschien 1835 und wurde zum internationalen Bestseller. Dazu war es notwendig, daß Goethe mit der Rückgabe ihrer an ihn gerichteten Briefe einverstanden war; sie hat diese nach Goethes Tod auch wirklich von dessen Nachlaßverwalter erhalten . Boetius entwickelt aus historisch bekannten Tatsachen, umfangreichen Recherchen in Weimar und Frankfurt und einer Prise Spekulation ein erzählerisches Bild der letzten Lebenstage Goethes, der sich selbstironisch mit seiner Sterblichkeit und zum Teil auch mit seiner Mittelmäßigkeit auseinandersetzt, der um einer Leidenschaft willen - Goethes Faible für schöne Knaben ist ebenfalls keine Erfindung - sein Leben aufs Spiel setzt, während sein Gegenüber eher die Rückgabe der Briefe im Sinn hat. Diese Novelle ist geistreich, amüsant und nicht allzu unwahrscheinlich . 16 Lithographien des Berliner Malers Johannes Grützke runden den Band ab.
Die von Boëtius geschilderte Begegnung ist historisch verbürgt. Als Hintergrund ist zudem gesichert, daß Bettine von Arnim, nach dem Tod ihres Mannes, Achim von Arnim, in finanzielle Schwierigkeiten geriet, diese jedoch nach dem Tode Goethes am 22. März 1832 mit der Veröffentlichung ihres Buches "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" hat dauerhaft abwenden und ihren eigenen Ruhm als Schriftstellerin begründen können. Das Buch erschien 1835 und wurde zum internationalen Bestseller. Dazu war es notwendig, daß Goethe mit der Rückgabe ihrer an ihn gerichteten Briefe einverstanden war; sie hat diese nach Goethes Tod auch wirklich von dessen Nachlaßverwalter erhalten . Boetius entwickelt aus historisch bekannten Tatsachen, umfangreichen Recherchen in Weimar und Frankfurt und einer Prise Spekulation ein erzählerisches Bild der letzten Lebenstage Goethes, der sich selbstironisch mit seiner Sterblichkeit und zum Teil auch mit seiner Mittelmäßigkeit auseinandersetzt, der um einer Leidenschaft willen - Goethes Faible für schöne Knaben ist ebenfalls keine Erfindung - sein Leben aufs Spiel setzt, während sein Gegenüber eher die Rückgabe der Briefe im Sinn hat. Diese Novelle ist geistreich, amüsant und nicht allzu unwahrscheinlich . 16 Lithographien des Berliner Malers Johannes Grützke runden den Band ab.
tinius - 14. Aug, 00:52








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