Patricia Duncker : Sieben Geschichten von Sex und Tod
Inspiration für diese 7 Erzählungen waren, so ihre eigene Vorbemerkungen, die B-Movies im Nachtprogramm, Filme, die Gewalt, Sexualität und apokalyptische Szenarien nach altbekannten Mustern und Klischees ausgestalten. Duncker nutzt die Vorlagen, um einmal mehr mit den Geschlechterrollen zu spielen, sie zu hinterfragen. "Stalker" etwa befasst sich mit einem Serienmörder, der unendlich geduldig seine Opfer auswählt und zunächst lange beobachtet. "Sophia Walters Shaw" schildert den Weg einer jungen Frau, die sich von der Mitarbeiterin eines Nachtclubs zu einem Mitglied eines Killerteams entwickelt. In der Geschichte "The Strike" beginnt alles relativ harmlos mit Streikmaßnahmen, endet jedoch in der Vision des Weltuntergangs. "My Emphasis", eine der besten Kurzgeschichten dieses Bandes, ist eigentlich eine essayistische Auseinandersetzung mit dem Shakespeare - Drama "König Lear", gut verpackt in eine Reihe von familiären und nachbarschaftlichen Streitereien. Immer wieder greift die Autorin auf einen autobiographischen Hintergrund zurück : ihr Leben als britische Staatsbürgerin in Südfrankreich. Dies eröffnet ihr die Möglichkeit, genaue, pointierte Beobachtungen in die Erzählungen einfliessen zu lassen.
Patricia Duncker ist eine Romanautorin. Die für Kurzgeschichten und andere kürzeren Prosaformen geltenden eigenen Gesetze sind der Autorin eher ein Hindernis. So kann es vorkommen, daß der Leser sich fragt, ob er nicht irgendetwas überlesen hat, denn vieles entwickelt sich eher zusammenhanglos und unvorhergesehen. Aspekte treten in den Vordergrund, die durch sorgfältig und intensiv ausgearbeitete Handlungsstränge zunächst verdeckt wurden. Jedoch vermitteln viele der Geschichten durchaus ihre eigene Spannung und einen teilweise gutgelaunten Humor, der allerdings manche Gelegenheit zu schärfere Ironie ungenutzt läßt. Bis auf die von mir erwähnten Irritationen hat mir das Lesen doch Spaß gemacht.
Weitere Rezensionen :
James Miranda Barry
Patricia Duncker ist eine Romanautorin. Die für Kurzgeschichten und andere kürzeren Prosaformen geltenden eigenen Gesetze sind der Autorin eher ein Hindernis. So kann es vorkommen, daß der Leser sich fragt, ob er nicht irgendetwas überlesen hat, denn vieles entwickelt sich eher zusammenhanglos und unvorhergesehen. Aspekte treten in den Vordergrund, die durch sorgfältig und intensiv ausgearbeitete Handlungsstränge zunächst verdeckt wurden. Jedoch vermitteln viele der Geschichten durchaus ihre eigene Spannung und einen teilweise gutgelaunten Humor, der allerdings manche Gelegenheit zu schärfere Ironie ungenutzt läßt. Bis auf die von mir erwähnten Irritationen hat mir das Lesen doch Spaß gemacht.
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James Miranda Barry
tinius - 14. Aug, 00:47













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