Graham Greene : Das Schlachtfeld des Lebens
Der kommunistische Busfahrer Jim Drover sitzt im Gefängnis und wartet auf die Vollstreckung des Todesurteils. Während einer Demonstration hatte er einen Polizisten erstochen, der auf Jims Frau einzuprügeln drohte. Die Berufungsverhandlung bestätigte die Todesstrafe, doch im Innenministerium fragt man sich, ob die Vollstreckung opportun sei und denkt eher an eine Umwandlung in eine Haftstrafe nach. Zu diesem Zweck soll ein hoher Polizeioffizier die Lage sondieren und einen möglichst günstigen Bericht für die geplante Begnadigung verfassen. Doch der ist davon nicht allzu sehr begeistert, umso weniger als er dringendere Fälle zu bearbeiten hat. Derweil versuchen die Angehörigen Drovers, seine Ehefrau Milly, seine Schwägerin Kay und sein Bruder Conrad alles, um genügend Unterschriften für ein Gnadengesuch zu sammeln. Die erhoffte Hilfe der kommunistischen Partei, etwa mittels Demonstrationen und Streiks Druck auszuüben, bleibt aus, denn die erwartete Publicity scheint zu gering, um sich zu engagieren. Conrad, der stets seinen Bruder bewunderte und sich selbst ziemlich geringschätzt, läßt sich auf eine Beziehung mit Milly ein, die ihn aber drastisch desillusioniert. Auch Kay, eine Fabrikarbeiterin findet in ihrem Liebesleben nicht die gesuchte Erfüllung. Als einziger Rettungsanker erscheint Caroline Bury, eine reiche, sozial engagierte Witwe. Sie soll den hohen Polizeifunktionär für eine der Begnadigung günstige Stellungnahme gewinnen. Doch Conrad verliert, zerissen von Selbsthaß und Hilflosigkeit, die Nerven, kauft einen Revolver und schießt auf den Commissioner....
Der Titel des 1934 entstandenen und sich an eine reale Demonstration im Jahre 1932 anknüpfenden Romans ist gleichzeitig auch seine Programmatik : Fast alle handelnden Personen sind in Kämpfe und Konflikte verstrickt und verlieren das Gesamtbild aus den Augen. Nur Caroline Bury scheint den Überblick bewahrt zu haben, und sie scheint die einzige Figur zu sein, die erfolgversprechend eingreifen könnte. Im Mittelpunkt des Romans stehen - wie so oft bei Graham Greene - die menschlichen Verstrickungen. Und Greene bedient sich in diesem Werk recht moderner Gestaltungsmöglichkeiten : Innerer Monolog und collagenhafte, an den Film gemahnende Komposition sind die Wesensmerkmale dieses Romans und unterstützen das Gesamtbild von Graham Greenes Aussage und Intention. Die existentiell bedrohliche Ausgangslage für den Verurteilten und seine Familie schaffen darüber hinaus ein Spannungsmoment, das den Leser an der Lektüre hält. Erzählstil und Sprache machen das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre.
Weitere Rezensionen :
Das Attentat
Das Ende einer Affäre
Orientexpreß
Der Titel des 1934 entstandenen und sich an eine reale Demonstration im Jahre 1932 anknüpfenden Romans ist gleichzeitig auch seine Programmatik : Fast alle handelnden Personen sind in Kämpfe und Konflikte verstrickt und verlieren das Gesamtbild aus den Augen. Nur Caroline Bury scheint den Überblick bewahrt zu haben, und sie scheint die einzige Figur zu sein, die erfolgversprechend eingreifen könnte. Im Mittelpunkt des Romans stehen - wie so oft bei Graham Greene - die menschlichen Verstrickungen. Und Greene bedient sich in diesem Werk recht moderner Gestaltungsmöglichkeiten : Innerer Monolog und collagenhafte, an den Film gemahnende Komposition sind die Wesensmerkmale dieses Romans und unterstützen das Gesamtbild von Graham Greenes Aussage und Intention. Die existentiell bedrohliche Ausgangslage für den Verurteilten und seine Familie schaffen darüber hinaus ein Spannungsmoment, das den Leser an der Lektüre hält. Erzählstil und Sprache machen das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre.
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Orientexpreß
tinius - 14. Aug, 00:44












