Bruce Chatwin : Was mache ich hier
"Was mache ich hier" ist eine vom Autor noch selbst zusammengestellte Sammlung seiner journalistischen Arbeiten, zumeist entstanden im Auftrag der "Sunday Times". Es sind Reiseberichte, Schilderungen von Begegnungen mit Menschen, die er interviewte, und Recherchen zu verschiedenen Themen, die seiner Faszination für das Reisen, das Fremde entsprachen. So begibt er sich in Tibet auf die Spuren des Yeti, gerät in Benin in die Wirren eines Putschversuchs. Seine Begegnung mit einem russischen, griechischstämmigen Kunstsammler wird zu einem Überblick der Entwicklung der modernen Kunst in Rußland zu Zeiten der Revolution. Mit André Malraux spricht er über Charles de Gaulle, und an anderer Stelle erörtert er die Lage der algerischen Einwanderer in Frankreich und die französische Algerien - Politik. Er schildert seine Teilnahme an einer Wahlkampfreise Indira Ghandhis und schafft Einblicke in die Motivation dieser so zu zwiespältig bewerteten Person. Er befasst sich mit dem Nomadentum und seinem Gegensatz zur westlich geprägten Zivilisation - eines seiner ihn am meisten gedanklich prägenden Themen - ebenso wie mit dem umstrittenen Schriftsteller Ernst Jünger oder der Lehre des Sheng Fui.
Diese journalistischen Arbeiten, die an manchen Stellen ihre formale und inhaltliche Beschränkung durchbrechen, sich manchesmal zur Erzählung verdichten oder die geistigen Ausmaße eines Essays erreichen, biten einen guten Überblick über die Welt(en) des Bruce Chatwin. Er vermittelt dem Leser seine Liebe zum Fremden, zum Reisen und zur genauen Beobachtung. Er spricht an keiner Stelle Urteile, sondern läßt das Fremde fremd sein, wägt ab und kommt hin und wieder auch zu keinem abschließenden Fazit. Aufbau und Stil zeigen auch in diesem Band, daß Chatwin einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Reiseschriftsteller der letzten Jahrzehnte war und ist. Sofern man bereit ist, ein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen, ist dieses Buch, Anregung und Genuß in einem.
Diese journalistischen Arbeiten, die an manchen Stellen ihre formale und inhaltliche Beschränkung durchbrechen, sich manchesmal zur Erzählung verdichten oder die geistigen Ausmaße eines Essays erreichen, biten einen guten Überblick über die Welt(en) des Bruce Chatwin. Er vermittelt dem Leser seine Liebe zum Fremden, zum Reisen und zur genauen Beobachtung. Er spricht an keiner Stelle Urteile, sondern läßt das Fremde fremd sein, wägt ab und kommt hin und wieder auch zu keinem abschließenden Fazit. Aufbau und Stil zeigen auch in diesem Band, daß Chatwin einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Reiseschriftsteller der letzten Jahrzehnte war und ist. Sofern man bereit ist, ein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen, ist dieses Buch, Anregung und Genuß in einem.
tinius - 14. Aug, 00:40








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