Carl Friedman : Zwei Koffer
Chaja, 20 Jahre alt, lebt in Antwerpen. Um ihr Studium der Philosophie zu finanzieren, arbeitet sie in einem Blumenladen und betreut in den Nachmittagsstunden die Kinder der chassidischen Familie Kalman. Ihr Vater ist auf der Suche nach zwei vergrabenen Koffern, in denen sich Erinnerungsstücke aus seiner Jugend und Andenken an seine Familie befinden. Diese hatte er vergraben, als er auf der Flucht vor den Nationalsozialisten - vergeblich - in Antwerpen unterzutauchen versuchte, bevor er in ein Konzentrationslager gebracht worden war. Chaja wird von der Familie Kalman sehr distanziert behandelt, da sie als nicht religiöse Jüdin nicht den orthodoxen Vorstellungen, insbesondere des Vaters, entspricht. Nur zum fünfjährigen Simcha baut sich eine liebevolle Beziehung auf. Chaja versucht einen Sinn in der Vergangenheit zu finden, daher auch das Philosophiestudium. Doch wirklich weiterhelfen können ihr nur die gelegentlichen Gespräche mit dem alten Nachbarn ihrer Eltern, Herrn Apfelschmitt, der ihr jüdische Traditionen und jüdisches Denken näherbringt, und der Kontakt zu Simcha. Eines Tages jedoch ertrinkt der kleine Junge...
Chaja lebt in einer Umgebung der Extreme : Auf der einen Seite die isolierte Welt der orthodoxen Juden, auf der anderen der teilweise immer noch vorhandene Antisemitismus der nichtjüdischen Umwelt, im Roman deutlich geschildert anhand der Pöbeleien und Schikanen des Hausmeisters. Chaja ist eine lebendige, junge Frau mit Courage, dem Willen, sich auseinanderzusetzen, und bereit, zu lernen. Sie macht das Buch ebenso sympathisch wie spannend. Und ihre menschlichen Qualitäten, ihre Menschlichkeit machen es möglich, daß sie sich sowohl ihrer Familie wieder annähern als sich auch den Respekt der Frau Kalman erringen kann. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Weitere Rezensionen :
Der graue Liebhaber
Vater
Chaja lebt in einer Umgebung der Extreme : Auf der einen Seite die isolierte Welt der orthodoxen Juden, auf der anderen der teilweise immer noch vorhandene Antisemitismus der nichtjüdischen Umwelt, im Roman deutlich geschildert anhand der Pöbeleien und Schikanen des Hausmeisters. Chaja ist eine lebendige, junge Frau mit Courage, dem Willen, sich auseinanderzusetzen, und bereit, zu lernen. Sie macht das Buch ebenso sympathisch wie spannend. Und ihre menschlichen Qualitäten, ihre Menschlichkeit machen es möglich, daß sie sich sowohl ihrer Familie wieder annähern als sich auch den Respekt der Frau Kalman erringen kann. Ich kann das Buch nur empfehlen.
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Vater
tinius - 14. Aug, 00:36













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