Jorge Volpi : Der Würgeengel
Der deutschstämmige Regisseur Gruber versammelt auf einem abgelegenen Landsitz 10 Schauspieler, die wenig oder gar keine Erfahrung mit dem Medium Film haben, sondern dem Regisseur wichtige Charaktereigenschaften aufweisen.. Es soll sein letzter Film und ein nach langem Stillschweigen künstlerisches Comeback werden, denn der Regisseur ist an einem unheilbaren Tumor erkrankt. Es gibt kein Drehbuch, und neben einer improvisierten Handlung sollen die schwierigen Charaktere der Schauspieler den Film "Das Weltgericht" tragen. ihnen wird Zeit gegeben in ihre Rollen zu wachsen, sorgsam betreut vom Regisseur. So prallen die unterschiedlichen Personen und Konflikte aufeinander, die Kamera läuft unentwegt mit, nicht nur während der eigentlichen Spielszenen, sondern auch bei den aufkommenden Streitigkeiten. Realität und Film vermischen sich zusehends, bis es Tote gibt und Grubers Plan letztendlich aufzugehen scheint.
Der Autor ist ein solider Handwerker, der es versteht, Spannungsbögen zu konstruieren, Perspektivwechsel und genresprengende Erzähltricks zu verwenden. Zeitweise erreicht das Buch eine große Intensität, doch schrammt es immer wieder am Kitsch, an der Soap - Opera vorbei, in der recht modische Diskurse über das Ende der Kunst, des Jahrtausends und des Lebens eingebunden sind. Dieser Spagat zwischen Handlung und Reflektion bleibt für mich insgesamt leblos und überkonstruiert.
Der Autor ist ein solider Handwerker, der es versteht, Spannungsbögen zu konstruieren, Perspektivwechsel und genresprengende Erzähltricks zu verwenden. Zeitweise erreicht das Buch eine große Intensität, doch schrammt es immer wieder am Kitsch, an der Soap - Opera vorbei, in der recht modische Diskurse über das Ende der Kunst, des Jahrtausends und des Lebens eingebunden sind. Dieser Spagat zwischen Handlung und Reflektion bleibt für mich insgesamt leblos und überkonstruiert.
tinius - 12. Aug, 22:08












