Carl - Johan Vallgren : Für Herrn Bachmanns Broschüre
Ein in Berlin lebender schwedischer Schriftsteller erhält von Herrn Bachmann, einem Angestellten des Senats, einen Brief mit der Bitte sich an einer Broschüre über die Interkulturalität in der Stadt zu beteiligen und einen Beitrag über sein Heimatland Schweden beizusteuern. Seit zwei Jahren leidet der Schriftsteller und Ich - Erzähler schon an einer Schreibblockade, denn die Feuilletons seiner Heimat gehen recht rabiat mit ihm um. Bachmanns Brief nun veranlaßt ihn, seinem Haß, seiner Paranoia freien Lauf zu lassen. Auf vielen Seiten, zugespitzt, schmerzhaft übertreibend wütet er gegen Schweden, gegen seine Kulltur, gegen seine Medien - von Talkshows bis zu Schriftstellern bleibt nichts ausgespart - gegen seine Landsleute und ihre Verhaltensweisen im In - und Ausland. Sein Thema ist ebenso die Geschichte wie die Bildungspolitik. Die Ermittlungen im Mordfall des Ministerpräsidenten Palme geraten in sein Visier und auch das Verhalten Schwedens im Status der Neutralität während des zweiten Weltkrieges. Nachdem er die Hälfte seiner Tirade zu Papier gebracht hat, zeigt er seinen Antwortbrief seiner Frau, einer Photographin. Die weist ihn darauf hin, daß vieles übertrieben und bösartig überspitzt sei, doch er - vollkommen paranoid - rechnet sie nun seinen Feinden zu und beginnt, ihr Zimmer und ihre Arbeiten zu verwüsten. Dann verläßt er das Haus. Als er zurückkommt, seine Frau hat ihn verlassen, setzt er sich wieder an seine Antwort für Herrn Bachmanns Broschüre....
Dieses Buch ist in seiner Zuspitzung und zerstörerischen Wut eine bösartige Satire. Nur wenig Handlung unterbricht und unterfüttert die hemmungslose Suada dieses verletzten und in seinen eigenen Augen verkannten und verfolgten Schriftstellers. Sein Rundumschlag wird die Leserschaft spalten, vermute ich, denn man wird das Buch entweder mögen oder es vollkommen ablehnen. Ich selbst habe mich für das Mögen entschieden, denn wie oft habe ich mich - bei aller Überzeichnung nicken gesehen, nicht über schwedische Zustände, denn da fehlt mir der Einblick, sondern bei Zustandsbeschreibungen, die ich in diesem, unserem Land ebenso bestätigt fand. Und ich gebe zu, ich habe und hatte schon immer mein Vergnügen, wenn eine Satire bösartig überzeichnete und keinen Stein auf dem anderen gelassen hatte. Ja, es war eine für mich höchst vergnügliche und in gewissem Sinne auch einzigartige Lektüre. Denn eine derartige atemlose, hitzige Tirade habe ich in meinen etwa 30 Jahren Erfahrungen mit der Literatur selten gefunden, nur die Bösartigkeit gemahnte mich zuweilen an Jonathan Swift.
Dieses Buch ist in seiner Zuspitzung und zerstörerischen Wut eine bösartige Satire. Nur wenig Handlung unterbricht und unterfüttert die hemmungslose Suada dieses verletzten und in seinen eigenen Augen verkannten und verfolgten Schriftstellers. Sein Rundumschlag wird die Leserschaft spalten, vermute ich, denn man wird das Buch entweder mögen oder es vollkommen ablehnen. Ich selbst habe mich für das Mögen entschieden, denn wie oft habe ich mich - bei aller Überzeichnung nicken gesehen, nicht über schwedische Zustände, denn da fehlt mir der Einblick, sondern bei Zustandsbeschreibungen, die ich in diesem, unserem Land ebenso bestätigt fand. Und ich gebe zu, ich habe und hatte schon immer mein Vergnügen, wenn eine Satire bösartig überzeichnete und keinen Stein auf dem anderen gelassen hatte. Ja, es war eine für mich höchst vergnügliche und in gewissem Sinne auch einzigartige Lektüre. Denn eine derartige atemlose, hitzige Tirade habe ich in meinen etwa 30 Jahren Erfahrungen mit der Literatur selten gefunden, nur die Bösartigkeit gemahnte mich zuweilen an Jonathan Swift.
tinius - 11. Aug, 21:33












