Ruth Prawer Jhabvala : Hitze und Staub
Olivia Rivers ist die junge, lebendige Ehefrau des britischen Kolonialbeamten Douglas, der 1923 in Satipur, einem kleinen indischen Fürstentum seinen Dienst versieht. Doch sie bleibt zu oft allein oder in Gesellschaft des arroganten, verknöcherten britischen Establishments, das sich der indischen Bevölkerung moralisch und gesellschaftlich überlegen dünkt. Olivia lernt den muslimischen Herrscher des benachbarten Fürstentums, den Nawab von Khatm. Der ist kultiviert, freundlich gebildet und aufgeklärt. Mit leichtem, den Engländern nicht bewußtem Spott begegnet er den Kolonialbeamten, ohne die Form der Höflichkeit zu verletzen. Er ist verarmt, lebt von seiner psychisch erkrankten Frau getrennt und hat ein sehr vereinnahmendes Wesen seinen wenigen Freunden gegenüber entwickelt. Olivia verliebt sich in ihn und verläßt ihren Ehemann. Etwa 50 Jahre später fallen Anne, der Enkelin des von Olivia verlassenen Douglas die Briefe in die Hände, die diese einst einer Freundin geschrieben hatte. Sie beschließt, den Spuren Olivias zu folgen und nach Indien zu reisen. Zwischen Exotik und Elend beginnt Anne, sich auf dieses Land einzulassen, offen, menschenfreundlich...
In zwei parallelen Erzählsträngen beschreibt die Autorin die indische Wirklichkeit und die Eindrücke, die das Land jeweils in diesen durch fünfzig Jahre getrennten Frauen hervorruft. Es ist ein kleiner Roman über die Gegensätze westlicher und indischer Kultur und deren möglicher Überwindung. Dieses bei Jhabvala immer wiederkehrende Thema wird in diesem Roman erstmals mit einer geschichtlichen Dimension versehen, jedoch sind die historischen Passagen eher blass, das Personal wirkt stereotyp oder wie eine Karikatur. Nur Olivia ist eine lebendige, eigenwillige und eigenständige Persönlichkeit. Die Passagen, die in der Gegenwart angesiedelt sind, wirken lebensnäher und wirklicher, vermutlich war das eigene Erleben dabei recht hilfreich. Edward Morgan Forsters : "Reise nach Indien" bietet sich daher als die weitaus bessere Alternative an, wenn man sich mit dem Indien zur Zeit der britischen Kolnialherrschaft beschäftigen möchte.
Weitere Rezensionen :
Die Liebesheirat
In zwei parallelen Erzählsträngen beschreibt die Autorin die indische Wirklichkeit und die Eindrücke, die das Land jeweils in diesen durch fünfzig Jahre getrennten Frauen hervorruft. Es ist ein kleiner Roman über die Gegensätze westlicher und indischer Kultur und deren möglicher Überwindung. Dieses bei Jhabvala immer wiederkehrende Thema wird in diesem Roman erstmals mit einer geschichtlichen Dimension versehen, jedoch sind die historischen Passagen eher blass, das Personal wirkt stereotyp oder wie eine Karikatur. Nur Olivia ist eine lebendige, eigenwillige und eigenständige Persönlichkeit. Die Passagen, die in der Gegenwart angesiedelt sind, wirken lebensnäher und wirklicher, vermutlich war das eigene Erleben dabei recht hilfreich. Edward Morgan Forsters : "Reise nach Indien" bietet sich daher als die weitaus bessere Alternative an, wenn man sich mit dem Indien zur Zeit der britischen Kolnialherrschaft beschäftigen möchte.
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Die Liebesheirat
tinius - 11. Aug, 21:24







