Xu Xing : Und alles, was bleibt, ist für Dich

Mit seinem Freund Xi Yong reist der junge Protagonist und Ich - Erzähler des Romans durch China. Mit List und Witz schlagen sie sich, obgleich finanziell nicht üppig ausgestattet, durch die chinesische Provinz. Sie nehmen die harte Arbeit der chinesischen Bauern wahr, die Diskrepanz zu den offiziellen Verlautbarungen, aber auch den voranschreitenden Wandel Chinas zu einem eher kapitalistisch geprägten System. Kommt es für die beiden mal etwas härter, so finden sie Unterstützung zumeist bei den Frauen. Zurück in Peking verliert Xi Yong seine Anstellung an einer Universität. Seine Familie arrangiert seine Ausreise nach Deutschland, wo er von einer aufgenommen und in ihrem China - Restaurant beschäftigt wird. Die Arbeit dort grenzt an Ausbeutung, der Lohn ist niedrig. Angestachelt durch einen Kollegen plündert er den Safe seiner Tante, verspielt jedoch das Geld nach und nach an Spielautomaten. Währenddessen plant der - namenlose - Ich - Erzähler, seinem Freund nach Deutschland zu folgen. Doch bis die Ausreise genehmigt ist, wird es noch einige Zeit dauern. So läßt er sich zunächst durch Pekings Künstlerkreise treiben und beschließt dann, einen Abstecher nach Tibet zu unternehmen. Auch wenn er dort neue Bekanntschaften machen kann, gerät er recht bald in bedrohliche Situationen, denn als Chinese ist er im besetzten Tibet nicht immer gern gesehen. So ist er froh, als er schließlich nach Deutschland aufbrechen kann. Der Westen erscheint ihm verheißungsvoll, nicht nur seiner Freiheiten und finanziellen Möglichkeiten wegen, sondern auch wegen der Frauen. Doch seine Erwartungen erfüllen sich nicht. Er trifft auf chinesische Exilanten, deutsche Punker, er arbeitet am Fließband und wird von einer Prostituierten betrogen. Und mit Erstaunen registriert er, wie sein Freund Morgen für Morgen Unmengen von Brötchen einkauft....

Das Buch folgt dem Muster des klassischen Schelmenromans. Der Ich - Erzähler, ein liebenswerter, aber für die chinesische Gesellschaft wenig nützlicher Tunichtgut und Schelm reist durch China und später sogar ins westliche Ausland. Er erlebt immer wieder ironisch beleuchtete Abenteuer, die den Leser einen kritischen Blick auf China und dessen aktuelle gesellschaftlichen Entwicklungen werfen lassen, aber auch - für deutsche Leser nicht ohne besonderes Interesse - aus einem chinesischen Blickwinkel auf die deutschen Gegebenheiten. Mir hat das Lesen durchaus Spaß gemacht, denn die kleinen, fast anekdotischen Abenteuer und der ironische Tonfall bilden ein Ganzes, das bei allem Amüsement Nachdenklichkeit hinterläßt. Und wer sich fragt, was denn bleibe, wird eine Antwort find

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