Wang Shuo : Herzklopfen heißt das Spiel
Als Fang Yan eines Abends nach Hause kommt, im Schlepptau ein gerade kennengelerntes Mädchen, mit dem er den Abend gestalten möchte, erwarten ihn in der Wohnung drei Polizisten. Sie befragen ihn nach seinen Kontakten zu Gao Yang, einem ehemaligen Freund und Kumpanen bei seinem recht liederlichen Leben. Doch Fang Yan kann sich nur vage erinnern, denn seine letzte Begegnung mit ihm liegt zehn Jahre zurück. Damals hatten er und seine Clique, gerade aus dem Militärdienst entlassene junge Männer und einige Frauen ein ausschweifendes Leben zwischen Kleinkriminalität und Halbstarkendasein geführt. Von seiner Arbeitsstelle war er für eine Woche verschwunden, ohne daß er sich an den Aufenthaltsort erinnern könnte. Als er erfährt, daß die Polizisten wegen der Ermordung seines Freundes vor 10 Jahren ermitteln und er durch sein lückenhaftes Erinnerungsvermögen zum Verdächtigen avanciert, erkennt Fang Yan, daß er sich in recht großen Schwierigkeiten befindet. Und so beginnt er, seiner Vergangenheit nachzuforschen. Unterstützung erhofft er sich von seiner immer noch existierenden Clique und einer Frau, in die er damals heftig verliebt gewesen ist, und deren Handtasche immer noch in seiner Wohnung liegt. Aber gerade an die Frau kann er sich kaum erinnern, und sie bleibt unauffindbar. So sucht er weiter und rekonstruiert mühsam und Stück für Stück sein vergangenes Leben....
Mit "Herzklopfen heißt das Spiel" hat der Leser ein ziemlich komplexes und schwieriges Buch in der Hand - es bewegt sich auf vier verschiedenen Ebenen der Realitiät bzw. Fiktion. Mühelos gleiten Gegenwart und Vergangenheit, Wirklichkeit und Traum, Realität und literarische Fiktion ineinander. Dazu gesellen sich noch zwei Bezugsebenen, die sich bei der Lektüre nur schwer oder nur mithilfe des angefügten Glossars erschliessen. Die Figuren verwenden immer wieder ironisch verfremdete revolutionäre Zitate oder Äußerungen von Mao, der Roman korrespondiert in Stil und mithilfe von Anspielungen gleichzeitig mit Werken der klassischen chinesischen Literatur, etwa dem "Traum der Roten Kammer" oder der "Reise nach Westen", was dem westlichen Leser zumeist verborgen bleiben muß. Und dennoch lohnt es sich, sich die Mühe des Lesens und des Sortierens der Realitätsebenen zu machen, denn es bietet sich ein sehr dichtes literarisches Werk mit einigem Humor, das man mit viel Vergnügen und einigen Einblicken in die gegenwärtige chinesische Gesellschaft genießen kann.
Mit "Herzklopfen heißt das Spiel" hat der Leser ein ziemlich komplexes und schwieriges Buch in der Hand - es bewegt sich auf vier verschiedenen Ebenen der Realitiät bzw. Fiktion. Mühelos gleiten Gegenwart und Vergangenheit, Wirklichkeit und Traum, Realität und literarische Fiktion ineinander. Dazu gesellen sich noch zwei Bezugsebenen, die sich bei der Lektüre nur schwer oder nur mithilfe des angefügten Glossars erschliessen. Die Figuren verwenden immer wieder ironisch verfremdete revolutionäre Zitate oder Äußerungen von Mao, der Roman korrespondiert in Stil und mithilfe von Anspielungen gleichzeitig mit Werken der klassischen chinesischen Literatur, etwa dem "Traum der Roten Kammer" oder der "Reise nach Westen", was dem westlichen Leser zumeist verborgen bleiben muß. Und dennoch lohnt es sich, sich die Mühe des Lesens und des Sortierens der Realitätsebenen zu machen, denn es bietet sich ein sehr dichtes literarisches Werk mit einigem Humor, das man mit viel Vergnügen und einigen Einblicken in die gegenwärtige chinesische Gesellschaft genießen kann.
tinius - 11. Aug, 02:43








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