Raj Kamal Jha : Wenn Du Dich fürchtest vor dem Fall
Dies ist nun der zweite Roman des indischen Autors, den ich gelesen habe. In diesem verbindet er recht lose drei verschiedene Erzählstränge. Zum einen treffen wir auf Amir, der bei einem Straßenbahnunglück verletzt wird. Rima versorgt seine Wunden und pflegt ihn in ihrer Wohnung noch einige Zeit weiter, bestellt den Arzt und kümmert sich aufopferungsvoll um ihn. Recht bald verlieben sich beide ineinander. Als Rima aber darauf besteht, in Amirs Wohnung zu wohnen und seine Welt kennenzulernen, ändert sich plötzlich alles. In einer zweiten Geschichte forscht die Reporterin den Tatumständen eines Verbrechens an einem kleinen Mädchen nach, das ermordet und mißbraucht im Bachlauf eines der Stadt nahegelegenen Ortes aufgefunden wurde. Polizei und "Gerichtsmediziner" sind wenig hilfreich, und auch die Bevölkerung des kleinen Ortes halten sich bedeckt. Stattdessen wird die Journalistin von Erinnerungen und Visionen gequält. Zum anderen begnen wir einem Mädchen, das Angst hat, seine Eltern könnten sterben, der grassierenden Welle an Selbstmorden zum Opfer fallen. Ein Besucher versucht ihr nahezubringen, daß keinerlei Gefahr für ihre Eltern und sie bestünde.
Auch in diesem Roman paaren sich eine äußerst realistische Erzählweise mit surrealen Momenten. Der allwissende Erzähler sitzt auf einer Krähe und beobachtet von oben das Treiben der Menschen. Und doch taucht er in den Geschichten immer wieder - meist als Randfigur - auf, nur in Welt des kleinen ängstlichen Mädchens wird er erkennbar zu einer handelnden Figur. Meist jedoch wirkt der Einbruch des Surrealen eher unterschwellig bedrohlich. Verbunden sind die Geschichten durch den Erzähler, jeweils einen Prolog, der auf die dritte Erzählung hinarbeitet und den Ort, eine indische Stadt, deren ganzer Stolz ein modernes Hochhaus ist.
Jha gelingt es, ein Panorama indischen städtischen Lebens einzufangen und den Leser mit recht originellen Geschichten zu fesseln. Das Unwirkliche, Bedrohliche verleiht diesem Buch auch eine ganz besondere Note, aber da es nicht wirklich aufgelöst wird, steht der Leser denn auch noch am Ende vor einem Rätsel. Und das muß man mögen.
Auch in diesem Roman paaren sich eine äußerst realistische Erzählweise mit surrealen Momenten. Der allwissende Erzähler sitzt auf einer Krähe und beobachtet von oben das Treiben der Menschen. Und doch taucht er in den Geschichten immer wieder - meist als Randfigur - auf, nur in Welt des kleinen ängstlichen Mädchens wird er erkennbar zu einer handelnden Figur. Meist jedoch wirkt der Einbruch des Surrealen eher unterschwellig bedrohlich. Verbunden sind die Geschichten durch den Erzähler, jeweils einen Prolog, der auf die dritte Erzählung hinarbeitet und den Ort, eine indische Stadt, deren ganzer Stolz ein modernes Hochhaus ist.
Jha gelingt es, ein Panorama indischen städtischen Lebens einzufangen und den Leser mit recht originellen Geschichten zu fesseln. Das Unwirkliche, Bedrohliche verleiht diesem Buch auch eine ganz besondere Note, aber da es nicht wirklich aufgelöst wird, steht der Leser denn auch noch am Ende vor einem Rätsel. Und das muß man mögen.
tinius - 11. Aug, 00:10







